20.11.2012
Lübbecker Land
Der Kampf um das LK-Kennzeichen
Gesetz ist in Kraft getreten / Initiative wirbt für neue Abstimmung über "LK" auf dem Nummernschild
VON RALF T. MISCHER UND FRANK HARTMANN

Sagt "Ja" zum neuen alten Kennzeichen | FOTO: TYLER LARKIN

Lübbecker Land. Seit 1973 sind sie verschwunden. Aber die Initiative "LK" kämpft dafür, dass sie so schnell wie möglich wieder kommen: Die Rede ist von den "LK-Kennzeichen". Seit dem ersten November gilt ein neues Gesetz, das die Nutzung der alten Ortsmarke auf Nummernschildern wieder möglich machen würde. "Wir kämpfen dafür, dass es kommt", sagt Dieter Wiegmann.

Laut einem neuen Gesetz, das am 1. November in Kraft getreten ist, könnten ehemalige Landkreise, wie der Altkreis Lübbecke, ihre Kennzeichen reaktivieren. Diese so genannten "Heimatkennzeichen" sollen laut Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer das Heimatgefühl der Bürger stärken. In Lübbecke fand die Idee der Wiedereinführung auch in einer NW-Umfrage viele Anhänger.

Umfrage
Soll der Kreistag erneut darüber abstimmen, ob der Altkreis ein eigenes LK-Kennzeichen bekommt?





Allerdings hatte der Kreistag bereits im März mehrheitlich dagegen gestimmt, dass das neue Kennzeichen zugelassen wird. Laut der Gesetzesnovelle müsste der Kreis den Vorschlag für Wiedereinführung des Kennzeichens an die Landes- und Bundesbehörden weiterleiten.

"Völliger Unsinn", schimpft Dieter Wiegmann von der Initiative "LK". Er glaubt nicht, dass die Entscheidung des Kreistages bedeutet, dass es endgültig keine regionalen Kennzeichen für das Lübbecker Land gibt. "Wir kämpfen weiter", sagt er. In seinen Augen ist es "Unsinn", dass der Kreis zunächst grünes Licht für das neue alte Kennzeichen geben muss. "Wir möchten sie haben – und das Gesetz lässt es zu", sagt er. Die Entscheidung aus dem Kreistag empfindet er als "Diktat", das die Interessen der Menschen in der Region ignoriere.

Für den Einzelhändler ist die Frage nach dem Kennzeichen auch eine Frage der Kaufkraft: "So ein eigenes Kennzeichen ist Werbung für die Region." Lübbecke könne solche Werbung gut gebrauchen. Er fürchtet, dass im Kreistag "eine Lobby sitzt, die nicht will, dass Lübbecke auf den Schildern auftaucht, weil sie ein Interesse daran haben, dass nur MI-Kennzeichen unterwegs sind". Nachdem das neue Gesetz in Kraft getreten ist, plädiert er dafür, dass der Kreistag erneut über eine mögliche Einführung abstimmt.Von Lübbecker Bürgern werde er immer wieder gefragt, ob das Kennzeichen bald kommt. "Alle Bürger wollen das!"

Für den Kreis Minden-Lübbecke ist das Thema LK-Kennzeichen, auch nach Inkraft-Treten des neuen Gesetzes, abgehakt. "Es gab einen Kreistagsbeschluss und der gilt nach wie vor", sagt eine Sprecherin.

Der Leiter des Kreis-Straßenverkehrsamtes, Helmut Siedentopf, spricht Klartext: "Der Kreistagsbeschluss gilt nach wie vor". Die Identität des Kreises Minden-Lübbecke solle nicht aufgebrochen werden, argumentiert er. Für die seit Herbst mögliche Wiedereinführung des LK-Kennzeichens wäre eine ministerielle Genehmigung erforderlich. "Die Kreisverwaltung wird einen solchen Antrag nicht stellen", so der Behördenchef. Nun gebe es nur auf der "politischen Ebene Möglichkeiten".

Konkret müsste es den Befürwortern des Altkennzeichens gelingen, die Mitglieder des Kreistages davon zu überzeugen, dass sich im Kreistag bei einer erneuten Abstimmung eine Mehrheit für das LK-Nummernschild ausspricht.

Dieter Wiegmann und seine Mitstreiter wollen jetzt Überzeugungsarbeit für LK leisten. Unter anderem erwägen sie, eine Unterschriftenaktion zu starten.

Kommentare
Genauso ist es Falk!!
Ab nächste Woche! Beginnt die Unterschriftenaktion.. ICH WILL "LK"!!!
An alle Unterstützer des LK Kennzeichens im Kreis Minden Lübbecke.

Ich hatte die Sache bereits verloren geglaubt. Zu drückend war die Mindener Mehrheit. Schön, dass man sich der Sache wieder annimmt! Wo ein Wille ist, werden sich politische Wege öffnen! Der Verlauf der Dinge im Frühjahr beweist, dass gute Argumente die Mindener Mehrheit nicht überzeugen werden.
Die von der Weser vorgetragenen Argumente zeigen, dass es nur um Mindener Sicht geht.
In ganz Deutschland werden nun die alten Kennzeichen in Großkreisen eingeführt und gerade Bürgern im Lübbecker Land soll das nicht erlaubt sein? Es zeigt doch nur, dass die Mindener noch nicht im gemeinsamen Kreis angekommen sind, wenn sie befürchten, dass durch das LK-Kennzeichen der Zusammenhalt des Mühlenkreises gesprengt würde. 1973 fand die Zwangsvereinigung gegen den Kreistag in LK und gegen die Meinung der Menschen des Kreises Lübbecke statt. Seither ist ein Amtsgang eines Mütterchens aus Dielingen oder Börninghausen eine Tagesreise ins ferne Minden. Das LK Kennzeichen ist das Mindeste, was wir einfordern dürfen. Das shen nicht nur die Mehrheit der Lübbecker, sondern auch die Hüllhorster, Oldendorfer, Espelkamper, Rahdener und Stemweder so

Schuß nicht gehört? Wer denkt das die Wiedereinführung des LK Kennzeichen kostenneutral abläuft, der glaubt auch das Zitronenfalter, Zitronen falten.
Mal ernsthaft, bei etwas über 300.000 Einwohnern im Kreis reicht auch das MI. Berlin könnte dann ja locker 5-10 verschieden Kennzeichen einführen.
So NW-News, jetzt bitte zu den wichtigen Themen Diesen Quatsch kann ich nicht mehr hören.

Bettjna...das dürfen wir bis zur nächsten Landratswahl nicht vergessen! Und nicht nur hier sollten wir darüber reden. Auch bei unseren Freunden und Bekannten. Man muss uns doch hören. Und man wird es! "Initiative: PRO LK"

Die Fragestellung der Umfrage trifft das eigentliche Thema nicht zu 100%, denn es geht nicht darum, ob der Altkreis Lübbecke ein eigenes LK-Kennzeichen bekommen soll, sondern um die Zulassung einer Wahloption für die Menschen im Kreis Minden-Lübbecke. Die Identität des Kreises würde durch die Zulassung des LK-Kennzeichens auch nicht aufgebrochen, denn der Kreis heißt Minden (MI) - Lübbecke (LK). Auch die touristische Außendarstellung "Mühlenkreis Minden-Lübbecke"ist nicht betroffen, da der Begriff Mühlenkreis im Kennzeichen nicht vorkommt und transportiert wird. Wenn die Menschen im Kreis selber entscheiden dürften, dann würden zukünftig lediglich beide Namenspaten in Erscheinung treten. Eventuell wäre das sogar ein Beitrag , um das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken, wenn beide Altkreise zukünftig auf den Autokennzeichen vertreten wären. Selbst im Bereich der Zeitungen gibt es keine kreisweite Tageszeitung, sondern auf den jeweiligen Altkreis abgestimmte Publikationen. Für die Stadt Lübbecke und die Region ist es ein Symbol der Standortförderung, welches sowohl nach innen, als auch nach außen wirkt. Vielfach beklagen wir uns über die mangelnde Attraktivität der Stadt Lübbecke und es werden erhebliche, auch werbliche Anstrengungen unternommen, um nicht noch mehr zu verlieren im Wettbewerb mit den Großstädten im Umland und den dortigen, vielfältigen Angeboten. Werbung für eine Stadt funktioniert zum einen über den Namen aber auch über Symbole, wie dem LK-Kennzeichen. Selbst die Gemeinschaft der Gewerbetreibenden in Lübbecke = LK-Werbegemeinschaft nutzt die Aussagekraft des LK-Symbols für ihren Außenauftritt. Die Stadt Rinteln im Nachbarkreis Schaumburg (SCH) darf ihr eigenes Symbol (RI) bereits wieder verwenden. Es ist in der Studie der Hochschule Heilbronn zum Thema nachzulesen, dass Städte mit einem eigenem Autokennzeichen, als deutlich größer wahrgenommen werden im Vergleich zu Städten ohne Kennzeichen und in der Folge auch als attraktiver bewertet werden. Daraus ergibt sich dann möglicherweise ein Wettbewerbsvorteil. Mit einem Aufkleber am Auto (wie heute in einem Leserbrief der NW geäußert wurde) dürfte diese Wirkung deutlich geringer ausfallen. Der Handballtraditionsverein Grün-Weiß Dankersen wurde offensichtlich in GWD-Minden umbenannt, um als Werbefaktor für die Stadt und die Region zu wirken. Gleiches gilt für den TUS Nettelstedt, der heute als TUS-N-Lübbecke in der Bundesliga spielt. Die werbliche Wirkung von Symbolen findet sich auch an vielen anderen Stellen Wenn der Landrat und der Kreistag das LK-Kennzeichen zulassen würden, dann wäre das eine Beitrag zur Standortförderung in der Region LK. Nun kann man diese Diskussion um das LK-Kennzeichen natürlich auch ganz einfach als Kleingeisterei abtun, doch durch die ablehnende Haltung auf Kreisebene geht es zusätzlich auch noch um die Wahlfreiheit für die Bürger im Kreis Minden-Lübbecke, die den Menschen durch den alten Kreistagsbeschluss vom Anfang des Jahres nun vorenthalten wird. Wahlfreiheit - die Freiheit eine eigene Entscheidung zu treffen, ob ich im Kreis Minden-Lübbecke mit einem LK-Kennzeichen oder einem MI-Kennzeichen am Auto fahren möchte. In anderen Regionen Deutschlands sind die alten Kennzeichen schon wieder erlaubt und auch bereits in NRW. Es geht doch offiziell nur um ein "banales" Kennzeichen – warum also diese ablehnende Haltung auf Kreisebene. Warum lässt man den Menschen im Kreis Minden-Lübbecke und speziell in Lübbecke nicht die Wahlfreiheit und setzt auf weniger staatliche Bevormundung im kommunalen Bereich. Eventuell würden die Bürger in Lübbecke und der Region um das eigene LK-Kennzeichen beneidet werden, aber warum sollte daraus Neid entstehen, der eine ablehnende Haltung fördert, denn immerhin hat sich sogar der Bürgermeister von Minden am Anfang des Jahres recht positiv zum möglichen LK-Kennzeichen geäußert, ebenso der Bürgermeister von Hüllhorst (um den 1.November herum). In vielen Bereichen ist Deutschland mittlerweile sehr tolerant geworden. Ein einfacher Anruf und Antrag im Düsseldorfer Ministerium würde diese Diskussion beenden und die Kennzeichenreform dürfte auch im Kreis Minden-Lübbecke umgesetzt werden. Natürlich ist das LK-Kennzeichen nicht das Wichtigste in dieser Welt - (das ist der Sport mit Fußball, Handball, Basketball usw. allerdings auch nicht und trotzdem lieben es sehr viele Menschen) - aber es ist und bleibt ein Symbol, welches für diese Stadt und die Region nach innen und nach außen wirkt. Für die Einen ist es ein Symbol der Heimat und Identifikation, für die Anderen eine Werbebotschaft und für Diejenigen, die kein Interesse an einem (weiteren) Autokennzeichen haben ändert sich sowieso nichts.



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