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11.11.2012
Altenbeken
Kieselrot unter Wanderwegen
Mit Dioxin belastetes Material muss entsorgt werden
VON KARL FINKE

Altenbeken. In den 1990er Jahren hatte die Kupferschlacke Kieselrot aus Marsberg (Hochsauerlandkreis) einen bundesweiten Dioxin-Skandal ausgelöst. Von hunderten Sport- und Spielplätzen musste damals das erst zu diesem Zeitpunkt als giftig erkannte Material abgetragen werden. In Altenbeken baute man das Kieselrot vom Fußballfeld als Unterbau in mehrere Fußwege ein. Jetzt soll es schließlich doch noch entsorgt werden.

Alle Verdachtsflächen sind bei der Bezirksregierung in Detmold landeseinheitlich längst erfasst. Das Ingenieurbüro Denker (Bielefeld) hat die vier Bereiche in der Eggegemeinde in den vergangenen Monaten mit Bohrungen und Bodenanalysen untersucht. Dem Umweltausschuss der Gemeinde haben die Geologen am Donnerstagabend die Ergebnisse und Sanierungsvorschläge mit möglichen Kosten vorgetragen.


Auf der "Rodelbahn" und dem Wanderweg Ulrichstraße konnten keine Kieselrot-Gifte nachgewiesen werden. Am Hossenberg (Länge 240 m) und Stapelsberg (75 m) wiederum lagen die gemessenen Konzentrationen weit über den gesetzlichen Grenzwerten. "Wenn man die Grasnarbe hoch nimmt, taucht Kieselrot auf", so der Geologe Detlef Wind. Am Hossenberg ist das Material durch starke Auswaschungen möglicherweise ins weitläufige Erdreich transportiert worden.

Als Gesamtmenge des in beiden Bereichen abzutragenden Materials hat das Ingenieurbüro 360 Tonnen errechnet. Diese Menge müsste in einer besonderen Verbrennungsanlage entsorgt werden. Als Kosten dafür wurden bis zu 200.000 Euro kalkuliert. 80 Prozent davon würde zurzeit noch das Land tragen. 40.000 Euro entfielen auf die Gemeinde Altenbeken. "Diese Kalkulation ist der ungünstigste Fall", sagte der Gutachter den Ausschussmitgliedern.

Das Ingenieurbüro strebt allerdings an, sämtliches Material auf einer sicheren Fläche zwischenzulagern und dort zu mischen. Damit könnte die Dioxin-Belastung pro Nanogramm sinken und eine preiswertere Ablagerung auf einer Deponie möglich werden.

"Bei der Förderquote sollten wir mitmachen", empfahl Bürgermeister Hans Jürgen Wessels – wenn auch laut Gutachter "keine akute Gesundheitsgefährdung" vorliegt.

"Alle Sportplätze sind saniert, auch die Kinderspielplätze, jetzt sind die Wege dran – dann kommt nichts mehr", verwies Firmenchef Markus Denker auf ein mögliches Ende der Fördermittel in naher Zukunft.

Eine Entscheidung fällt der Gemeinderat.



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