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27.11.2012
Borchen
Von Erfahrung profitieren
Sekundarschule Borchen ist bislang die einzige Schule ihrer Art im Kreis Paderborn
VON ANNIKA FALK

Pioniere | FOTO: ANNIKA FALK

Borchen. Büren und Bad Wünnenberg wollen eine gründen, Altenbeken und Lichtenau haben nicht genug Schüler zusammenbekommen, um eine einzurichten. In Borchen läuft die Sekundarschule bereits seit Sommer. Es ist die Schulform, die es auch kleineren Kommunen ermöglicht, langfristig eine weiterführende Schule vor Ort zu halten.

In Borchen ist man stolz, dass die Sekundarschule frühzeitig auf den Weg gebracht worden ist. Ende August ist die neue Schulform – als erste ihrer Art im Kreisgebiet – gestartet. Viele Erfahrungen konnten die Lehrer aus der Zeit als Verbundschule mitnehmen. "Wir hätten existentielle Probleme bekommen, hätten wir die Schule in dieser Form nicht so frühzeitig etabliert", sagt Bürgermeister Reiner Allerdissen. Denn die Konkurrenz aus Sekundar- und Gesamtschulen im Umkreis wird in den kommenden Jahren steigen. Allerdissen prognostiziert sogar einen "Kampf um Schüler".


Die Schule, die sich gerne als "kleine Schwester der Gesamtschule" bezeichnet, bekommt positive Rückmeldungen von den Eltern und fühlt sich gestärkt für die Anmeldetage. Am Donnerstag um 19.30 Uhr findet die erste Infoveranstaltung der Grundschulen im pädagogischen Zentrum der Sekundarschule statt. Der Tag der offenen Tür folgt am 12. Januar, die Anmeldetage im Februar.

Individuelle Förderung

Auch Kinder aus den Nachbarkommunen, aus Wewer und der Paderborner Südstadt besuchen die Borchener Schule, zunehmend auch Schüler aus dem Altenautal. Und eine Kooperation mit Lichtenau als Zweitstandort ist noch nicht vom Tisch.

Aber die Sekundarschule mit ihren 500 Schülern will sich erst auf die inhaltliche Arbeit konzentrieren, sagt Schulleiterin Juliane Karst-Gaidt. Denn es gebe Anpassungsprozesse nach der Umwandlung von der Verbundschule. 14 der insgesamt 48 Lehrkräfte sind neu, die Schwerpunkte wurden neu gesetzt – hin zu den Naturwissenschaften und zweisprachigem Unterricht ab der siebten Klasse.

Der Schulleiterin und ihrem Stellvertreter Markus Schröder ist wichtig, sich abzugrenzen. "Wir haben natürlich enger gefasste Schwerpunkte als eine siebenzügige Gesamtschule", sagt Schröder. Man setze mehr auf individuelle Förderung und gemeinsamen Unterricht. Aktuell werden sechs Kinder mit Förderbedarf in einer inklusiven Klasse unterrichtet – eine Sonderpädagogin hat ihren Dienst aufgenommen.

Konzept für die Zukunftsfähigkeit

Für das nächste Jahr plant die Gemeinde 300.000 Euro für Investitionen für Physik- und Chemie-Räume ein. Gespart hat man an einem Neubau für eine Mensa, die kurzerhand in einem Anbau des Bürgerhauses untergebracht wurde. Die Hälfte der Fünftklässler und einige der Älteren nutzen das Angebot bislang. Sekundarschule bedeutet Ganztagsschule – bislang an drei Nachmittagen. An den verbleibenden beiden Tagen kümmert sich der Förderverein um die Nachmittagsbetreuung.

Einen weiteren Pluspunkt der Sekundarschule sieht die Schulleitung am Lehrerschlüssel, der mit 16,2 Schülern pro Lehrer besser als der an Haupt- (18) und Realschulen (20,94). "Die Kollegen müssen sich aber umstellen, die Zusammenarbeit ändert sich, sie werden vom Einzelkämpfer zum Teamplayer", sagt Karst-Gaidt, die mit ihrem Kollegium an einem Konzept für die Zukunftsfähigkeit der Schule arbeitet. Räumliche Enge sieht sie dabei als Problem der nächsten Jahre.

Die Sekundarschule ist eine komplett neue Schule mit neuen Herausforderungen. "Nicht nur der Name ist neu", sagt Allerdissen, der bedauert, dass neue Schilder zwar bestellt, aber noch nicht aufgestellt sind. Bislang leuchtet noch der Name "Altenauschule" vor dem Gebäude.



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