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24.05.2011
BÜREN
Der Baron und der Sekretär
Brenken feiert: Georg Baron von und zu Brenken und Monsignore Georg Austen begrüßen Gäste aus aller Welt
VON FREDERIK GRABBE UND INGO KALISCHEK

International | FOTO: INGO KALISCHEK

Büren-Brenken. Wenn Georg Freiherr von und zu Brenken zum Feste auf die Erpernburg lädt, wird’s pompös. Wenn auch Monsignore Georg Austen mitfeiert, wird’s bunt. Beide Vertreter des Adels und des Klerus hatten allen Grund zu feiern: Der Baron lud zu seinem 70. Wiegenfeste, der Monsignore zu seinem 25. Priesterjubiläum ein. Der Einladung folgten Gäste aus aller Welt.

Das dass Fest aber nicht abgehoben wirkte, dafür sorgten zahlreiche Vertreter "aus halb Brenken", wie ein Gast bemerkte: So leistete die Feuerwehr den Gastgebern den Gefallen, die Gäste zu den Parkplätzen zu lotsen. Der Baron selbst hielt Einzug auf das Festgelände im Schlepptau des örtlichen Spielmannszuges.
Ortsverbundenheit und die Nähe zu den Menschen: Das ist es, was seine Vita und die Austens prägt. Von und zu Brenken ist über den Ort hinaus in vielen Verbänden wie das Kolping-Hilfswerk oder im Musikverein aktiv. Austen betreute Menschen in Abschiebehaft in der Justizvollzugsanstalt in Herford und arbeitete mit Drogenabhängigen. Beide jedoch verbindet eines ganz besonders: Ihr Engagement für das Bonifatiuswerk.

Info
"Zeige draußen, was du innen glaubst": Unter diesem Motto setzt sich das Bonifatiuswerk für den Katholizismus in der Diaspora, also dort, wo Katholiken Minderheiten bilden, einsetzen. Die Einrichtung ist vornehmlich in Ost- und Norddeutschland, Skandinavien und im Baltikum aktiv. Die Einrichtung finanziert sich durch Spenden. Zu ihren Aufgaben gehört die Seelsorge, Mission und der Bau oder die Renovierung von Kirchen. (fg)

Seit 1998 ist von und zu Brenken der ehrenamtliche Präsident der katholischen Einrichtung. Austen ist seit 2006 Generalsekretär des Bonifatiuswerkes. "Ich kenne den Baron schon sehr lange Zeit", erzählt der 52-jährige Austen. "Damals war ich Präsident der Katholischen Landjugend." Zusammen setzen sie sich über das Bonifatiuswerk insbesondere für die Mission der Jugend ein. Austen bringt in diesem Bereich reichlich Erfahrung mit: Er war unter anderem Jugend- und Hochschulseelsorger und hat als Sekretär den Weltjugendtag 2005 in Köln mit organisiert.

Auch von und zu Brenken liegt viel an der Jugend. "Wir müssen mit unserer Missionsarbeit bei den Kindern ansetzen. Wenn sie groß sind, ist es meist zu spät", appelliert der 70-Jährige. Er ist Patron des St.-Elisabeth-Kindergartens in Brenken.

Neben vielen Gäste aus Inland und Ausland aus Politik, Klerus, Adel, Brenken und vom Bonifatiuswerk machten die Musiker Maite und Paddy Kelly, beide sind bekennende Katholiken und Freunde Austens, mit Auftritten ihre Aufwartung. Das große Zirkuszelt, das die befreundete Familie Trumpf zur Verfügung gestellt hatte, war gut gefüllt. Eines hörte man wohl auch aus einiger Entfernung immer wieder: Lautes und langanhaltendes Lachen. Denn, dass Georg Austen Humor hat, zeigte er immer wieder.

Unter der Moderation von Peter Gödde wurden auf musikalische Art und Weise Eindrücke aus Georg Austens Leben gegeben. So zum Beispiel der Kontakt mit Nabila Espanioly, die das Frauenzentrum "Al Tufula" in Nazareth leitet. "Es ist oft sehr hart hier, mit all dem Leid umzugehen, aber sobald ich ein Lächeln von einem Kind sehe, macht mich das wieder glücklich", sagte Espanioly strahlend. Monsignore Austen hatte damals mitgeholfen, dass das Haus fertig gebaut werden konnte.

Von Nazareth ging die Reise dann nach Afrika. In Kooperation der Brenkener Landjugend und des Bonifatiuswerkes konnte eine Partnerschaft aufgebaut werden, über die sich Bischof Ignatius Chama besonders freut: "Bei uns ist die Schere zwischen arm und reich sehr groß. Die Hilfe durch diese Partnerschaft trägt dazu bei, dies zu ändern, denn sie erreicht die Armen unter uns."

Im Anschluss an solche Gespräche, wurden immer wieder Filme auf die große Leinwand eingespielt, in der Georg Austen in jungen Jahren zu sehen war. So zum Beispiel Ausschnitte vom Regenbogenfest, das vor 25 Jahren am selben Ort stattgefunden hatte. Für die zahlreichen musikalischen Aufführungen sorgten unter anderem die Big Band des Mauritius-Gymnasiums, Janine Oelert oder Justin Bekano aus Kamerun. All diese Menschen hat Austen im Laufe der Jahre kennengelernt.


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