Delbrück: Delbrück, Boke, Sudhagen - so der Begehungsplan des Sport-und Freizeitausschusses der Stadt Delbrück am Donnerstag. Natürlich standen in allen Orten die Sportplätze im Fokus. Mit einem Antrag zur Erweiterung und Sanierung des alten Sportheims rief der Delbrücker Sportclub (DSC) das kostenintensivste Projekt auf den Plan.
"Wir haben uns bewusst vor Ort getroffen, um besser beraten zu können", begrüßte Willibald Haase (SPD) als Vorsitzender des Sport- und Freizeitausschusses Mitglieder und Sachkundige im AM-Stadion. Nachdem für die Bewässerungsanlage auf dem Hauptlatz des DSC ein Empfehlungsschluss für die kommende Haushaltsberatung ausgesprochen wurde und die Erneuerung der Rasendecke des Hauptplatzes um ein Jahr zurückgestellt wurde, brachte Peter Hartmann, Vize-Vorsitzender des DSC, einen zusätzlichen - vorab nicht eingereichten - Antrag vor. "Unser Sportheim - erbaut in den 1960er Jahren - leidet unter massivem Schimmelbefall, die Sanitärbereiche sind teilweise desolat", begründete Hartmann den Antrag. Das weiß keiner besser als Platzwart Klaus Schmidt: "Es kommen Beschwerden von Eltern und auch Gastvereinen." Die Erweiterung des Sportheims sei nötig, weil schlichtweg zu wenig Umkleidekabinen vorhanden seien, so Hartmann. Insgesamt trainierten 30 Mannschaften auf dem Gelände, darunter allein 120 Frauen und Mädchen - das verlange auch eine räumliche Trennung. Die Kosten für eine Sanierung werden mit rund 200.000 Euro veranschlagt.
"Das Projekt geht in die Haushaltsberatung mit ein, dann wird entschieden, ob eine Umsetzung in 2013 machbar ist", protokollierte Haase. Die Reparatur und Wartung des 2007 errichteten Kunstrasenplatzes wurde durchgeführt - zweimal jährlich werden dabei die Grashalme aufgestellt und der Platz mit Granulat aufgefüllt. Der Effekt ist gut, aber leider nicht von Dauer - deshalb wünschen sich Spieler und Trainer eine regelmäßigere Bodenpflege. "Die Wartung verlängert nicht die Haltbarkeit des Platzes", erklärte Georg Kückmann, Bauhofleiter der Stadt Delbrück, "Wir können aber versuchen, die Behandlung dreimal jährlich durchzuführen."
Nächste Etappe: Boke. Geschäftsführer des SuS Boke, Frank Remmert, beantragte für das Lippestadion eine Fluchtlichtanlage. "Viele Schüler besuchen die Gesamtschule in Elsen, dadurch liegen ihre Trainingsstunden im Abendbereich, die eigentlich für die Herrenmannschaften vorgesehen sind - im Winter fehlen uns die Kapazitäten, das Waldstadion reicht nicht aus", erläuterte Remmert die Situation. Gewünscht sei eine Sechsmastanlage. Franz-Josef Ramsel, erster Vorsitzender des SV Schöning, empfahl eine Fluchtlichtanlage, wie sie auch in Schöning stehe. "Die Kosten belaufen sich auf rund 30.000 Euro, die Erdarbeiten sind weniger umfangreich", schilderte Ramsel. Der Antrag zieht mit einstimmigem Empfehlungsbeschluss in die Haushaltsberatungen im November.
Änderung der Bepflanzung, Aufstockung des Ballfangs und die Verlängerung des bereits vorhandenen Zaunes - so lauteten die Anträge des SV Sudhagen. Während über die beiden Letztgenannten in der diesjährigen Haushaltsberatung abgestimmt wird, sorgte die Änderung der Bepflanzung an der Seite Rotdornweg für Diskussionsstoff.
Josef Michaelis, Ausschussmitglied (FDP) und Vorsitzender der Sudhagener Fußballabteilung, sprach sich mit der Begründung "Wir wollen es sauberer haben" für das Roden der Bäume aus. "Mir fehlt jedes Verständnis dafür, warum Bäume gefällt werden sollen, um neue zu pflanzen", ereiferte sich Heinrich Witte (GABI). Auch Georg Kückmann attestierte: "Die Bäume sind gesund." Die anschließende Abstimmung schaffte Klarheit: Die Bäume bleiben stehen. Damit müssten auch die Kosten geringer ausfallen als die kalkulierten 8.000 Euro.