Wenn der Sommer streikt, helfen Ferienfreizeiten gegen die Langweile – die Plätze sind meist heiß begehrt
Paderborn. Es gibt wirklich einfachere Tage, um ein Rudel Kinder zu bespaßen. Regen und 15 Grad. Egal, Klaus Schnippering ist gut drauf. "Jetzt ein Lied!", ruft der Waldpädagoge. Und 15 Kinder in bematschten Schuhen und nassen Hosen singen los. Auch wenn der Sommer keine Lust hat, Ferienfreizeiten in Paderborn sind heiß begehrt.
Gefühlt haben die Herbstferien begonnen. Nicht wenige Eltern fragen sich in diesen Tagen, was sie mit ihren Kindern anstellen sollen. Statt Freibad und Spielplatz droht bei Dauerregen der Lagerkoller. Aber im Haxtergrund ist davon nichts zu spüren. Der Wald ist für drei Wochen ein Abenteuerspielplatz.
Die Paderborner Kinderbibliothek (Kibi) bietet drei Wochen Ferienprogramm, zum Teil gesponsert von den Freunden der Stadtbibliothek. Der Ferienspaß war schnell ausgebucht – wie auch Angebote anderer Veranstalter. Wer kurzfristig noch Plätze sucht, braucht auch Glück (siehe Info-Kasten).
Die Kibi-Kinder verbringen den Vormittag in der Bibliothek: "Lesen, malen, basteln", zählt Erika Berners-Kaffenberg vom Kibi-Team auf. Eine Märchenerzählerin war zu Gast. Die Kinder stellen sich gegenseitig ihre Lieblingsbücher vor. Nachmittags geht’s dann in den Wald zu Klaus Schnippering.
Der pensionierte Lehrer weiß, wie man Kinder für die Natur begeistert. Aufgeregt erzählt der zehnjährige Niklas: "Wir haben einen Abenteuerparcour gebaut und Hütten im Wald." Und sie würden Tannenzapfen weit werfen und Blumenbilder basteln und auf Holzscheiben laufen und singen. Und und und.
"Die Kinder machen begeistert mit", erzählt Klaus Schnippering. "Ich habe selten so eine gute Truppe gehabt." Kurze Frage in die Kinderrunde: Was würdet ihr bei dem Wetter denn sonst zu Hause machen? "Fernsehen!", ist die erste Antwort. "Nintendo spielen!" Wie langweilig, findet die elfjährige Hannah. "Ich habe hier schon neue Freundinnen gefunden." Ok, sagt der zehnjährige Frederick, die Sonne könnte vielleicht ein mehr scheinen. Seine Schuhe sind nass und die Klamotten jeden Abend ein Fall für die Waschmaschine. Klaus Schnippering schnappt sich wieder die Gitarre. "Ich kenne das passende Lied", sagt er geheimnisvoll und beginnt: "Weine nicht, wenn der Regen fällt – dam, dam – dam, dam."