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28.07.2012
PADERBORN
Ein waches Auge aufs Libori-Wasser
Infos in diesem Jahr, Kontrollen ab 2013 / Schausteller und Marktbeschicker tagen in der Almhütte
VON PETER HASENBEIN

Wichtige Blätter | FOTO: PETER HASENBEIN

Paderborn. In diesem Jahr werden Informationen verteilt, doch im nächsten Jahr wird’s ernst: Dann prüft das Kreisgesundheitsamt erstmals stichprobenartig das Trinkwasser an den Liboriständen, die einen Ausschank haben – egal ob auf dem Pottmarkt, auf den zahlreichen Partymeilen in der Innenstadt oder auf der Liborikirmes. Eine Änderung der Trinkwasserverordnung zwingt dazu.

Mit dieser für alle Ausschankbetriebe wichtigen Änderung wartete Ulrich Wiese am Donnerstagabend in der Almhütte auf. Dort versammeln sich traditionell zwei Abende vor Libori zuerst die Standbetreiber auf dem Pottmarkt und kurz darauf die Schausteller vom Liboriberg. "Paderborn hat sehr gutes Wasser. Aber das gilt nur bis zum Standrohr. Wichtig ist aber auch, wie jeder Schausteller mit dem Wasser umgeht, vor allem welche Schläuche er dabei verlegt", erläutert Ulrich Wiese.

Denn genau dort, zwischen öffentlicher Leitung und privatem Zapfhahn, kann das Wasser gefährliche Krankheitserreger aufnehmen. Dieser Tatsache hat die Novellierung der bundesweiten Trinkwasserverordnung Rechnung getragenund will dem Problem künftig auf den Grund gehen. Logische Folge für die Gesundheitsämter: Sie müssen vor Ort ganz genau prüfen, ob das Trinkwasser durch die Schläuche verunreinigt wird. "Das wird bei einigen Ständen ab 2013 passieren, im Jahr 2014 sind dann andere Standbetreiber an der Reihe", kündigte Ulrich Wiese schon mal an und verteilte seine Infoblätter, damit sich alle Betroffenen im nächsten Jahr rechtzeitig darauf einstellen können. "Wir wollen allen die Chance geben, eine optimale Wasserversorgung aufbauen zu können, so handhaben es auch alle anderen Gesundheitsämter: Erst die Informationen verteilen, im Jahr darauf mit den Prüfungen beginnen", versichert Ulrich Wiese im Gespräch mit der NW.

Trotz der Ankündigung einer weiteren Kontrolle: Auf das diesjährige Liborifest freuen sich alle Marktbeschicker und Schausteller, wissen sie doch seit vielen Jahren, dass Paderborn immer einer gutes Pflaster ist. Und rekordverdächtig obendrein. Knapp 400 Anmeldungen liegen Bürgermeister Heinz Paus für den Empfang zur Eröffnung heute Nachmittag im Rathaussaal vor: "Das ist Rekord, ich kann mich an keine größere Resonanz in meinen 13 Jahren Libori erinnern", freute sich Paus bei seinen Grußworten am Donnerstagabend. Zur großen Resonanz wird sicher auch Ministerpräsidentin Hannelore Kraft beitragen, die während der gesamten Eröffnungsfeierlichkeiten heute dabei sein will.

Auch wenn Libori fast ein Selbstläufer ist, kräftig die Werbetrommel rühren die Verantwortlichen trotzdem: 150.000 Servietten, allein 20 Werbetafeln in der Paderborner Innenstadt und weitere zahlreiche Großraumtafeln im Umkreis von 70 Kilometern, wie Hans-Otto Bröckling erläuterte. Der Vorsitzende des Paderborner Schaustellerverbands stellte die Werbemaßnahmen vor, die von allen Schaustellern und Marktbeschickern mitfinanziert werden.

Mit dabei am Donnerstagabend in der Almhütte waren neben Bürgermeister Heinz Paus auch Stadtmarketingchef Jan von Lübtow, Ordnungsamtsleiter Udo Olschewski, Marktmeister Rudi Totzeck, Dietrich Honervogt als Vorsitzender de Marktausschusses, Dompropst Dr. Wilhelm Hentze und Generalvikar Alfons Hardt für die katholische Kirche, Norbert Münster für die Polizei und Wolfgang Schmitz für die Feuerwehr. Sie alle stimmen sich mit den Marktbeschickern und Schaustellern ab, weisen auf die wichtigsten Neuerungen hin und wünschen natürlich viel Erfolg in Paderborn.

Den hat auch Nina Renoldi einkalkuliert, die schon zum achten Mal dabei ist. "Wir haben eine tolle Truppe zusammen, die in der ganzen Woche bedienen wird, ich bin sehr zuversichtlich", freut sich die 35-Jährige auf die Festwoche. 60 Personen gehören allein am Wochenende zum Personal, immerhin noch 40 an den Werktagen. "Rund 50 Prozent des Personals kommt aus Paderborn und Umgebung", wie Nina Renoldi versichert. Ihre Almhütte mitten auf dem Liboriberg bietet rund 2.000 Sitzplätze auf zwei Ebenen, fünf Theken und täglich Livemusik mit der Band Alpenstarkstrom.



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