St. Johannisstift feiert 150. Geburtstag mit neuem Logo und neuen Leitsätzen / Festakt am 22. Oktober
Paderborn. Der Zeitpunkt ist optimal gewählt: Im Oktober feiert das St. Johannisstift mit einem Festakt seinen 150. Geburtstag. Pünktlich zu den Jubiläumsveranstaltungen, die sich sogar über ein ganzes Jahr ziehen werden, stellte die Leitung das neue Logo vor. Eine moderne Grafik, die viel mehr symbolisieren soll, als "nur"die Einrichtungen.
Bei der Präsentation am Dienstag ließ Vorstand Annegret Jäger keinen Zweifel daran, dass der neue "Markenkern" zugleich auch die Philosophie aller Einrichtungen widerspiegelt: "Wir begleiten, pflegen und heilen Menschen in höchstem Respekt vor ihrer Einzigartigkeit", lautet der zentrale Leitsatz des St. Johannisstifts. "Das nehmen wir wörtlich, und daran lassen wir uns auch messen", betonte die Vorsitzende und erläuterte, dass die Entwicklung der neuen Dachmarke und Leitsätze zwei Jahre in Anspruch genommen habe. In Zusammenarbeit mit Kommunikationswissenschaftlern wurden dabei auch 60 Patienten, Angehörige, Mitarbeiter und Kostenträger befragt. Fazit: "Unser Leitsatz ist nicht künstlich aufgesetzt, sondern wird real gelebt. Das bestätigen uns auch die Patienten."
Zahlen und Fakten
Krankenhaus: 8.470 behandelte Fälle in 2011 (inklusive ambulante Operationen); zusätzlich mehr als 5.000 Patienten in der Notfallambulanz in 2011 behandelt.
Altenhilfe: 258 stationäre Plätze, 49 Plätze in der Kurzzeitpflege, 14 Plätze in der Tagespflege, 66 Appartements Betreutes Wohnen; rd. 210 ambulant betreute Patienten durchschnittlich.
Bildungszentrum: 75 Ausbildungsplätze in der Gesundheits- und Krankenpflege; 150 Ausbildungsplätze im Fachseminar für Altenpflege, 20 Azubiplätze in der Altenpflege.
Kinder- und Jugendhilfe: 132 stationäre Plätze in Paderborn und dem weiten Umland bis Lippstadt und in den Kreis Gütersloh; 12 sozialpädagogische Familien</IP>plätze (Lebensgemeinschaften) überregional.
Und die neue Marke soll weitere Meilensteine setzen: Segelten bisher alle Einrichtungen des Johannisstifts – von der Altenhilfe über das Bildungszentrum, die Kinder- und Jugendhilfe bis zum Krankenhaus – unter eigenen Logos und Bezeichnungen, so werden jetzt alle Häuser unter der einen Marke "St. Johannisstift" und dem neuen Logo zusammengefasst. Das neue Emblem ziert sogar eine Briefmarke, die eigens zum Jubiläum entwickelt und offiziell von der Bundespost genehmigt wurde. Sie ist im Wert von 1,45 Euro im Johannisstift zu haben. Gleich eine ganze Reihe von Höhepunkten will das üppige Jubiläumsprogramm setzen, das erst am 8. November 2013 mit dem Betriebsfest für alle Mitarbeiter zu Ende geht.
Erstes Highlight: Der Festakt in der Paderhalle am 22. Oktober, an dem auch Prof. Dr. Wolfgang Huber, der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, teilnehmen wird. Am 13. April 2013 ist ein "Tag der pflegenden Angehörigen" für die breite Öffentlichkeit in der Paderhalle geplant und am 16. August eine Konzertmeditation im Abdinghof mit Margot Käßmann, von 2009 bis 2010 die Nachfolgerin von Wolfgang Huber als Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche. Am 14. September 2013 gibt’s ein großes Gemeindefest, an dem alle evangelischen Pfarrbezirke in der Kernstadt beteiligt sein werden. "Das hat es seit 30 Jahren nicht mehr gegeben. Dazu werden natürlich auch die Nachbargemeinden im Umland eingeladen", betonte Kuratoriumsvorsitzender Gunnar Grahl.
Der Pfarrer erläuterte, dass sich die Beteiligten in der Vorbereitungsphase auf das Jubiläum intensiv mit der Frage auseinandergesetzt hätten, was Diakonie im Alltag bedeute. "Denn wir sind ein christliches Unternehmen. Dabei weltoffen und offen für alle: Jeder ist bei uns herzlich willkommen", versichert Pfarrer Grahl. Dass das St. Johannisstift sein Engagement "immer vor christlichem Hintergrund" sieht, betonte auch Martin Wolf. Der Stiftungsratsvorsitzende setzte noch einen weiteren Akzent: "Wir haben schon eine breite Palette in unserem Angebot, aber wir wollen nicht alles machen. Für uns ist klar: Was wir bieten, wollen wir excellent machen."
Ein Blick in die Geschichte: Gegründet wurde das St. Johannisstift im Oktober 1862, die ersten sieben Patienten nahm die Einrichtung am 15. Februar 1863 auf – damals am Rothoborn 3 an den Paderquellen. In den folgende Jahrzehnten wechselte der Standort an die Reumontstraße nahe der Neuhäuser Straße. Dort wuchs der Komplex rund um das Krankenhaus zu einem Gesundheits- und Bildungszentrum heran. Zu den jüngsten Erweiterungen gehört das 2009 eröffnete Sophie Cammann Haus für Demenzkranke. Just in Bau befindet sich die geriatrische Klinik. Geplante Eröffnung: 21. März 2013.
Das Unternehmen St. Johannisstift beschäftigt rund 1.100 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz von rund 55 Millionen Euro im Jahr.