Paderborn. In Deutschland wird aktuell viel über Kostensteigerungen bei Großprojekten gesprochen. Die Elbphilharmonie in Hamburg oder der neue Berliner Flughafen sind nur zwei Beispiele. In Paderborn wird anders gewirtschaftet. Das beweist das neue Inselbadstadion.

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Die Kläranlage ist unverzichtbar
Auf der Südseite des Inselbadstadions scheint die ehemalige Kläranlage weiter in einer Art Dornröschenschlaf zu liegen. Doch dieser Eindruck ist falsch. Die Stadt hat dort seit dem Jahr 2005 mehr als zwei Millionen Euro investiert. So wurden ein neuer Bodenfilter und so genannte Spülkippen eingebaut. Der Beton ist saniert und ein neuer Stauraumkanal gebaut. Zudem wurden im Bereich der Pader Renaturierungsarbeiten erledigt. Das Bauwerk ist als Regenklär- und -stauanlage weiter am Netz und aktuell unverzichtbar.(js)Wegen der städtischen Finanzkrise wurde das Geld knapp. Zudem war der wachsende Platzbedarf der Zukunftsmeile zu berücksichtigen. Das Ergebnis: Waren in der ursprünglichen Planung noch zwei Kunstrasen-Spielfelder, eine Rasen-Spielfläche, ein innovativer Generationen-Fitness-Parcours, ein Beachvolleyball- und ein Streetballfeld vorgesehen, so gehen jetzt noch anderthalb Kunstrasenfelder in Betrieb. Zudem wurde ein schmuckes Sportgebäude errichtet.
Doch auch mit dem abgespeckten Stadion kann der SC Grün-Weiß Paderborn als Hauptnutzer gut leben. Vom größten Sportklub der Stadt kommen keine Klagen. "Vier lange Jahre hatte unsere Fußballabteilung keine richtige Heimat. Die Seniorenmannschaften spielten im Hermann-Löns-Stadion, die Jugend war über das ganze Stadtgebiet verteilt. Nach dieser schwierigen Zeit freut sich der SC Grün-Weiß, dass jetzt alle Teams wieder ein gemeinsames Zuhause an traditionsreicher Stelle gefunden haben", sagt Henning Schlüter.
So feiern die Grün-Weißen nach der offiziellen Übergabe auch gleich ein Fußballfest. Ab 12.30 Uhr findet ein E-Junioren-Turnier statt. Um 15.30 spielt die D-Jugend und ab 17 Uhr hat das neu gegründete Frauenteam der SCer in seinem ersten Meisterschaftsspiel überhaupt den FC Hövelriege zu Gast. Schon ab 14 Uhr schreiben die Zweitligakicker Daniel Brückner und Alban Meha vom SC Paderborn 07 Autogramme.
Die Wiedereröffnung des Stadions nach den Zerstörungen des 2. Weltkriegs war noch ganz anders über die Bühne gegangen. Im Frühsommer 1951 hatten die GW-Fußballer zur Premiere den holländischen Spitzenklub SV Maastricht geladen und verloren 2:11. Zudem gab es ein Leichtathletik-Sportfest gegen ein Team aus dem schwedischen Södertälje. 1952 startete erstmals auch der Osterlauf im Stadion. Die Strecke führte damals aus dem Marathontor hinaus in Richtung Schloß Neuhaus.
Die Gestaltung des Stadioneingangs an der Ecke Fürstenweg/Hans-Humpert-Straße aber sieht derzeit noch etwas vorläufig aus. Zwischen dem Stadioninneren und dem Bürgersteig fehlen im neuen Pflaster der Zufahrt ein paar Meter. Das liegt daran, dass die Kreuzung demnächst neu gestaltet wird und näher ans Stadion rückt. Dennoch schafft die Stadt bald Abhilfe und schließt die Lücke. Das wird die Gesamtkosten nicht mehr explodieren lassen.








