Paderborn (au). Sparen wollen alle, aber nicht beim Licht. In Paderborn soll nachts niemand völlig im Dunkeln tappen, entschied der Bauausschuss.
300.000 Euro Energiekosten, so haben es Rödl & Partner angeregt, könnten im Bereich Straßenbeleuchtung in Paderborn eingespart werden. Das klappt aber nicht allein durch technische Innovationen, zumal die Beleuchtungsanlagen in der Domstadt bereits auf gutem Stand sind. Also müssten die Laternen ausgehen: montags bis freitags jeweils von 0.30 bis 4 Uhr - wie in Wewer in einem Pilotprojekt letztes Jahr getestet. Ohne Hauptverkehrsstraßen, City (innerhalb des Rings), Fußgängerüberwege und wichtige Haltestellen könnten so 270.000 Euro gespart werden, hat die Verwaltung ausgerechnet. Dieser Summe stünden 345.000 Euro Start-Investitionen gegenüber.
Zwar könne die Stadt selten so schnell sparen, meinte CDU-Fraktionschef Markus Mertens, aber das Gefahrenpotenzial bei Dunkelheit wiege schwerer, fürchtet die CDU mehr Unfälle.
Die Grünen sind naturgemäß fürs Energiesparen, halten die aktuellen Vorschläge aber für "noch nicht reif", betonte Andrea Molkenthin-Heßler: "Wir müssen stärker auf anderen Techniken umstellen und unterschiedliche Stadtbezirke differenzierter behandeln". So sei im Riemeke kurz nach Mitternacht noch einiges los.
"Wir brauchen nachts zu viel Licht", ist Hartmut Hüttermann (FBI) allerdings auch gegen totale Finsternis: "Man könnte jede 6. Lampe anlassen." "Oder jede dritte", schlug Franz-Josef Henze (SPD) vor.
"Dunkelheit schafft AngstRäume, besonders für Frauen", machte Brigitte Tretow-Hardt deutlich. Dass sich Bürger bei Dunkelheit unsicher fühlen, hat auch Thomas Sprute (FDP) von Weweraner Bürgern erfahren. Ein Sparvolumen von zwei bis drei Euro pro Kopf und Jahr rechtfertige nicht die Beeinträchtigung des Wohlfühlverhaltens und eine höhere Gefährdung der Verkehrsteilnehmer.








