Erzbistum übernimmt Trägerschaft der St. Michaelschulen
Paderborn (NW). Mit einem Pontifikalamt im Hohen Dom zu Paderborn und anschließendem Festakt haben die Schulen St. Michael in Paderborn feierlich ihren Trägerwechsel vollzogen: Nachdem die Mädchenschulen über 350 Jahre lang vom Orden der Augustiner Chorfrauen getragen wurden, hat nun das Erzbistum Paderborn die Trägerschaft übernommen. Schwester M. Veronika Maaßen, Oberin der Augustiner Chorfrauen, übergab symbolisch den Schlüssel der Schule in die Hände von Generalvikar Alfons Hardt.
"Für uns schließt sich heute ein Kreis", so Schwester M. Veronika Maaßen zu Beginn des Festaktes in der Aula der Schulen. In ihrer Ansprache erinnerte sie daran, wie die Augustiner Chorfrauen dank der Fürsorge von Fürstbischof Dietrich Adolph von der Recke im 17. Jahrhundert Kloster und Schule in Paderborn gründen konnten. Generalvikar Alfons Hardt nannte in seinem Grußwort den Trägerwechsel "eine historische Zäsur in der inzwischen über 350jährigen Geschichte des St. Michaelsklosters in Paderborn".
"Die Augustiner Chorfrauen haben zahlreichen Generationen von Mädchen und jungen Frauen nicht nur Bildung und Ausbildung mit auf den Weg gegeben, sondern auch ein Fundament für ihr Leben: den Glauben an den dreifaltigen Gott", sagte er.
Im Namen des Erzbistums dankte er den Ordenfrauen herzlich für ihr großes Engagement und äußerte die Bitte, dass sie auch weiterhin an den Schulen präsent sein mögen.
Das Erzbistum wisse, was für eine Verantwortung die Übernahme der Trägerschaft bedeute, fuhr Generalvikar Hardt fort. Vor allem gelte die Verantwortung den jungen Menschen: "Sie sind es, weshalb wir die Realschule und das Gymnasium St. Michael übernehmen, die Kinder Gottes, von denen jedes einmalig ist". Er sicherte den Ordensschwestern zu, dass das Erzbistum die pädagogische Tradition der Schule, die auf ganzheitlicher Bildung und individueller Förderung beruhe, weiterführen werde.
Oberstudiendirektorin Elisabeth Cremer, Leiterin des Gymnasiums St. Michael, und Realschulrektorin Gertrud Oppenhoff dankten im Namen der Schulen den Augustiner Chorfrauen dafür, die Schulen für so lange Zeit gestärkt und getragen und nun die Trägerschaft in verantwortlicher Weise übergeben zu haben. Ihr Dank gelte zugleich Erzbischof Becker und Generalvikar Hardt, die Trägerschaft trotz der damit verbundenen Herausforderungen zu übernehmen und den Schulen so eine Zukunft zu geben.
Ein weiterer Dank ging an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung im Erzbischöflichen Generalvikariat, denen der Trägerwechsel viel Arbeit abverlangt habe.
In Vertretung der Eltern würdigte Anita Driller den guten Ruf, den die Schulen St. Michael in Paderborn hätten, sowie die Atmosphäre der Nächstenliebe, die kennzeichnend für die Schulen sei. Die Elternschaft freue sich auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Träger.
Zum Abschluss des Festaktes präsentierten Schülerinnen ein selbst produziertes Video, in dem sich Lehrer und Schüler bei den Augustiner Chorfrauen für ihr Engagement bedankten und ihnen für die Zukunft alles Gute wünschten.
Vor dem Festakt hatte Erzbischof Becker im Pontifikalamt im Hohen Dom zu Paderborn "das segensreiche schulische Apostolat" der Augustiner Chorfrauen gewürdigt.
In seiner Predigt wünschte Hans-Josef Becker Schülerinnen, Lehrern und Eltern, dass die Schulen St. Michael auch weiterhin ein Ort seien, an dem der Glaube an Jesus Christus lebendig bleibe: "Im gemeinsamen Miteinander, in Schulgottesdienst und Morgengebet, im Verhältnis zwischen Lehrenden und Lernenden, in der Kollegialität aller Lehrerinnen, Lehrer und Mitarbeitenden, in der Gemeinschaft von Realschule und Gymnasium, in der weiteren Präsenz der Schwestern im Schulleben".
Jungen auch in die Realschule
Auf den Trägerwechsel folgt für das Gymnasium St. Michael zum Schuljahr 2013/2014 eine weitere Neuerung: Erstmals in der Geschichte der Schule werden auch Jungen aufgenommen. Der Unterricht erfolgt dann nach dem Prinzip der "parallelen Monoedukation": Mädchen und Jungen werden in jeweils getrennten Klassen unterrichtet. 2015/2016 wird diese Unterrichtsform auch in der Realschule St. Michael eingeführt. Zu dem Konzept "Parallele Monoedukation" findet am Dienstag, 18. September, 19 Uhr, ein Podiumsgespräch in der Aula der Schulen St. Michael statt. Zu den Podiumsteilnehmern zählen unter anderen Professor Dr. Christoph Blomberg (KatHO NRW), Monsignore Joachim Göbel (Leiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung im Erzbischöflichen Generalvikariat Paderborn) sowie Vertreter der Mariengymnasiums Essen-Werden, wo bereits Erfahrungen mit "paralleler Monoedukation" gesammelt wurden.