Zirkus Herkules gastiert noch bis Sonntag auf dem Schützenplatz in Paderborn
VON HANNA IRABI
Paderborn. Clown Olli wetzt die Messer und bricht in wahnwitziges Gelächter aus. "Einmal ist immer das erste Mal", meint er augenzwinkernd. Dann wendet er sich dem Mann, den er aus dem Publikum auf die Bühne geholt hat, zu und wirft das erste Messer.
Info
Termine
Mittwoch, 3. Oktober bis Sonntag, 7. Oktober. Vorstellungen: Mittwoch bis Samstag: 16 und 19.30 Uhr, Sonntag 11 und 15 Uhr.
Ort: Schützenplatz
Tickets: 15 bis 29 Euro, ermäßigt ab zehn Euro. Kinder (2 bis 12 Jahre) bezahlen den ermäßigten Preis.
Der Mann hat eine schwarze Mütze über dem Gesicht und sieht darum nicht, was das Publikum sieht: Clown Olli wirft die Messer gar nicht, sondern tut nur so. Stattdessen wirft sein Assistent, der direkt neben dem Gast steht.
Der charismatische Clown, bekleidet mit grauem Frack, überdimensionaler Hose und noch größeren klobigen Schuhen, wirkt wie ein Überbleibsel aus einer anderen Zeit. Für diesen Eindruck, den nicht nur der Spaßmacher, sondern die gesamte Show erweckt, sorgen die blecherne Musik und das kleine Zelt. Alles hat einen wunderbaren, etwas altertümlichen Charme.
Katzengleiche Artistik
Gegründet wurde der Zirkus Herkules, der seit 2008 unter Leitung von Oliver Häberle alias "Clown Olli" steht, im Jahr 1976. Die Jubiläumstournee zum 35-jährigen Bestehen wartet mit einer Vielzahl unterschiedlicher Acts aus den Bereichen Artistik und Tierdressur auf: Steven Munoz jongliert mit Keulen, Bällen und Ringen. Das Trio "Fedorovi" zeigt Artistik gepaart mit Clownerie.
Während drei Artisten dem Publikum vorführen, was sie an Reckakrobatik und Trampolinartistik beherrschen, gibt der vierte den stolpernden Tölpel, der erst nach mehreren Minuten zeigt, das auch er viele Kunststücke mit Bravour beherrscht. Elegant und erhaben die nächste Nummer: Linaya Moreno begeistert mit katzengleicher Artistik hoch unter der Zirkuskuppel am Ringtrapez.
Fangen Frisbeescheiben mit der Schnauze
Zu den Höhepunkten der zweistündigen Show zählt der Auftritt der drei patagonischen Seelöwen. Die drei Mähnenrobben haben ihren eigenen Kopf, wollen nicht immer so, wie Trainerin Conchy Munoz und Trainer Gary Jahn.
Mit kleinen Leckerbissen, die sie ihnen zwischendurch immer wieder zuwerfen, gelingt es dann aber doch: Die Tiere fangen Frisbeescheiben mit der Schnauze, rollen sich auf Kommando über den Boden, balancieren auf einer Flosse und Knurren ins Mikrophon. Untermalt wird die Show vom Live-Gesang des Entertainers Joshua Navi. Auch die Musik wurde eigens von ihm für den Zirkus Herkules produziert.
Dann ist Pause. Clown Olli kündigt an, dass nun Erinnerungsfotos mit den Seelöwen geschossen werden können. Es duftet nach Popcorn. Schade, dass der Zirkus in wenigen Wochen seine letzte Aufführung zeigt.
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