Paderborn. Au weia – wenn das mal keinen Schnupfen gibt. Teilweise nass bis auf die Haut feierten 14.000 junge Leute gestern bis spät in die Nacht ein total verregnetes AStA-Sommerfestival in Paderborn. Wenigstens waren die Wassermassen nicht allzu kalt.
"Hallo, ich bin Cro. Werft den Arm hoch und gebt mir ein Hallo." Erster Massenmagnet unter insgesamt 18 Bands, die ab dem späten Nachmittag auf drei Bühnen auftraten, war der junge Shootingstar mit der Pandamaske aus Stuttgart. Kaum drei Songs später waren Tausende, die auf der Wiese vor der Hauptbühne neben dem Auditorium Maximum im Takt mit den Armen wedelten, klatschnass.
Der Himmel öffnete seine Schleusen über einem nur notdürftig mit Plastikzeug oder Schirmen gewappneten Publikum. Doch die Masse blieb ihrem Rapper treu. Nur wenige flüchteten in die benachbarten Betonhöhlen der Uni, wo ja auch keine schlechte Musik geboten wurde. Das holten sie später aber ausgiebig nach, so dass sich zeitweise dann erstmal nur wenige Zuhörer vor der Hauptbühne verloren.
So kam der"Radical Audio Pool", ein Projekt von Musik- und Medienstudenten, auch zu einem Massenpublikum. Dort gab’s die Bands aus der Region, die jedoch wegen des massenhaften Andrangs Schutz suchender Gäste zeitweise pausieren mussten. Ein paar Getränke- und Imbissstände weiter zog eine weitere Bühne (vor dem Maschinenbau-Gebäude) ihr Publikum an. Doch auch dort litt das Programm unter dem Regen. Spät am Abend sollte es sich aber niemand mehr nehmen lassen, Jan Delay und seinen "Beginnern" auf der Hauptbühne zuzujubeln.
Jung, jünger, am Jüngsten: Längst ist das Sommerfestival, dessen Organisation der Allgemeine Studierenden Ausschuss schon seit Jahren einer professionellen Agentur überlässt, kein reines Ereignis für Studenten mehr. Wer jung ist, muss einfach dabei sein, war von vielen zu hören. Aber wer dann über 20 ist, gehörte gestern schon zu den Oldies, so schien es.
Beliebtes Phänomen auch: Viele kommen mindestens angetrunken zur Party. Ob bei privaten Abifeiern in der Nachbarschaft oder sonstigen Gelegenheiten wurde offensichtlich "kräftig vorgeglüht", wie das einer der Ordner nannte. Weil keine Flaschen mit aufs Festivalgelände genommen werden durften – das wurde scharf kontrolliert – , war die Zone vor dem Haupteingang denn auch schon vor 17 Uhr übersät mit leeren Bier-, Sekt- und Schnapsflaschen. Darüber freuten sich nur einige ältere Herren, die wenigstens die Pfandflaschen in Einkaufswagen sammelten und zeitnah entsorgten.