Festakt zum Auftakt des 40. Jubiläums: Paus kam mit Geschenk für 14 Tage
Paderborn. Weil er (noch) keinen Ratsbeschluss in dieser Sache vorweisen kann, befristete Bürgermeister Heinz Paus die Haltbarkeit seines Geschenks zum Uni-Jubiläum auf die Zeit der beiden Festwochen. Für 14 Tage sind die Ortsschilder mit einem Aufkleber versehen, der Paderborn als "Universitätsstadt" ausweist.
Da mochte Landrat Manfred Müller nicht zurückstehen. Er präsentierte gestern Abend beim Festakt der Hochschule gemeinsam mit Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl im verkleinerten Maßstab das blaue Schild einer Autobahnabfahrt, auf dem unter "Paderborn Zentrum" in einem weißen Balken der Zusatz "Universität" zu lesen ist.. Vielleicht werde es binnen eines Jahres gelingen, für dieses Schild die erforderliche Zustimmung des Landes zu erreichen.
Vor 650 Gästen im Audimax bekannte die prominenteste Gratulantin des Abends, NRW-Wissenschaftsministerium Swenja Schulze, dass jeder in die Paderborner Uni investierte Euro gut angelegtes Geld sei. Das ließ sich Kanzler Jürgen Plato nicht zweimal sagen. Flugs erinnerte er die Ministerin bei einer Talkrunde daran, dass die Uni mit einem Wunschprojekt, einem elf Millionen teuren Studien- und Lernzentrum, das in Bibliotheksnähe entstehen soll, 2011 aus einer Projektliste des Landes "rausgeflogen" sei, und das, obwohl die Uni eine Eigenleistung von 1,4 Millionen Euro zugesagt habe.
Kleingärtner mussten weichen
Nach Platos Botschaft zum Jubiläumsauftakt kann Svenja Schulze vielleicht nicht mehr Nein sagen. Der Kanzler: "Wir haben uns im Präsidium kurz abgesprochen und verdoppeln unseren Eigenanteil, wenn Sie uns auf die Liste für 2013 setzen."
An der Warburger Straße, wo in 40 Jahren ein stattlicher Hochcampus gewachsen ist und weiter wächst, befand sich einst eine Kleingartenanlage. Was den Fall heikel machte: Diese Anlage hatte gerade erst einen Bundespreis gewonnen. Um die 1972 erfolgte Gründung der damaligen Gesamthochschule grundstücksmäßig abzusichern, habe sich die Stadt damals finanziell "fast übernommen", bekannte Talkgast Wilhelm Ferlings, der ehemalige Stadtdirektor.
Zu den Jubiläumsgästen mit der weitesten Anreise zählte eine fünfköpfige Delegation der Partnerhochschule im chinesischen Quingdao. Zu den schönsten Glückwünschen des Abends gehörte der von Marianne Thomann-Stahl. "Die Uni ist ein Gewinn für die Region. Sie ist einer unserer Edelsteine."
Uni-Präsident Nikolaus Risch dankte vielen Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Stadt, die "mit Weitsicht und Beharrlichkeit" die Gründung dieser Hochschule möglich gemacht hätten. Er bescheinigte den "Müttern und Vätern" der Uni Pioniergeist, Behutsamkeit und eine "unglaubliche Dynamik". Dazu zählte er den 1986 verstorbenen Heinz Nixdorf. Er habe dieser Hochschule "wahrlich Flügel verliehen".