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09.01.2013
Paderborn
Provision per Mausklick
Paderborner Informatiker startet soziales Shopping-Netzwerk im Internet
VON DENNIS ROTHER

Mann der Tat | FOTO: REINHARD ROHLF

Paderborn. Ostwestfalen statt Silicon Valley: Der Paderborner Jungunternehmer Alexander Zerr beweist mit seiner Webseite "Pinings", dass nicht alle guten Geschäftsideen für das Internet zwangsläufig aus Kalifornien kommen müssen. Im Alleingang hat der 24-Jährige ein soziales Shopping-Netzwerk aufgebaut. Der Clou: Nutzer empfehlen ihren Freunden Produkte und erhalten bei erfolgreicher Weitervermittlung eine Provision. Seit Ende November ist das Projekt online - und hat schon 900 Mitglieder.

Info
 -> www.pinings.com

Das Prinzip sei denkbar einfach und innovativ, erklärt der Gründer: "133 Online-Shops sind unter www.pinings.com eingetragen, darunter Platzhirsche wie Otto oder Zalando. Melde ich mich beim Netzwerk an, kann ich deren Produkte auf meiner eigenen Internet-Pinnwand für andere Teilnehmer anpreisen - von Schuhen bis zu Laptops. Wenn dann jemand durch meine Empfehlung auf die Webseite von Zalando gelangt und auch noch einkauft, erhalten beide Nutzer Prämienpunkte, sprich: eine Provision - und Zalando hat einen neuen Kunden gewonnen."

Der Macher im Hintergrund geht indes nicht leer aus: Alexander Zerr verdient als Mittelsmann zwischen fünf und 15 Prozent des jeweiligen Kaufpreises. Für die drei Parteien eine Win-Win-Win-Situation, und das bereits sechs Wochen nach dem öffentlichen Startschuss.

"Etwas Ähnliches gibt es weltweit noch nicht"

Zerr bedient mit seinem Projekt ohnehin so gut wie jedes Hollywood-Klischee der Gründung einer kleinen Garagenfirma. Das Büro: im eigenen Wohnzimmer. Die Homepage: selbst programmiert. Die Wachstumsraten: enorm. Angestellte: eigentlich keinen - "bis auf einen Freund, der ein wenig beim Marketing hilft, und meine Schwester, die Buchhaltung und Steuerabrechnung regelt." So ähnlich ging es vor einigen Jahren auch bei Facebook los - mit dem bekannten Ergebnis. "Pinings ist aber völlig anders", betont Zerr. "Etwas Ähnliches gibt es weltweit noch nicht - das Alleinstellungsmerkmal spielt eine große Rolle."

Die Standortwahl, früher noch entscheidend für Erfolg oder Scheitern, rückt bei Internetgründungen jedoch in den Hintergrund, sagt Zerr. Ob Paderborn oder Berlin - "wirtschaftlich gesehen ist das egal". Zerr ist in seiner Heimatstadt Paderborn verwurzelt, hat am Bildungszentrum für informationsübergreifende Berufe (b.i.b.) Informatik studiert.

Das Ziel war schon zu Beginn der Ausbildung klar: "Ich will mein eigener Herr sein, kein Angestellter." Noch während des Studiums machte er sich mit einer ersten kleinen Internetagentur (die weiterhin als Nebenprojekt besteht) selbstständig, ehe ihm die Idee zum Pinings-Projekt im Sommer 2012 kam. "Innerhalb von zweieinhalb Monaten ist dann der Prototyp entstanden." Stück für Stück kontaktierte Zerr daraufhin alle möglichen Online-Shops, unterbreitete seinen Service, pries die Möglichkeiten seiner Idee an - eine Mammutaufgabe. Der Kostenpunkt? Nur die eigene Zeit. "Ich finanziere alles selbst, ohne externe Hilfe - noch."

Investoren gesucht

Um die Startphase auf ein breiteres Fundament zu stellen, sucht Zerr derzeit Investoren. Mit den Zugriffsraten auf die Webseite steigen unter anderem die Kosten für das sogenannte Webhosting. Rund 50 Euro zahlt der 24-Jährige derzeit bereits, nur damit seine Webseite im Internet abrufbar ist.

Bis Ende 2013 will Zerr auch personell aufstocken: "Fünf Mitarbeiter statt eines Ein-Mann-Betriebs", gibt er die grobe Marschroute vor. Ob die Rechnung aufgeht, steht in den Sternen: "Der Marktplatz Internet ist wahnsinnig schnelllebig."

Aus Ostwestfalen in die Netzwelt

Mit Alexander Zerr wagt sich nicht der erste Ostwestfale als Jungunternehmer ins Internet. Vorreiter war Jens Begemann: Der 35-jährige Detmolder gründete im Jahr 2009 mit zwei Geschäftspartnern die Firma Wooga, ein Anbieter für so genannte "Social Games". Darunter versteht man Computerspiele, die online in sozialen Netzwerken wie Facebook genutzt werden. Bekannte Titel aus der Software-Schmiede sind "Brain Buddies", "Happy Hospital" oder "Monster World".

Das Unternehmen mit Sitz in Berlin hat mittlerweile nach eigenen Angaben 220 Mitarbeiter. Gründer Jens Begemann arbeitete bereits während der Oberstufe im Detmolder Gymnasium Leopoldinum als Computer-Experte nebenher. Nach dem BWL-Studium stieg er beim Klingelton-Pionier Jamba ein, ehe er sich schließlich selbstständig machte.




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