Künstlervereinigung "Artists unlimited" gestaltet Multimedia-Collage im Museum Waldhof
Bielefeld. Die Erwartungen waren groß, als 1985 die "Artists unlimited" das Opitz-Haus an der August-Bebel-Straße bezogen. "Hier geschieht etwas", freute sich der damalige Bielefelder Kulturamtsleiter Horst Adam. "Davon kann das ganze Quartier profitieren", sagte er dieser Zeitung. Er zielte damit freilich nicht weit genug. Vielmehr profitiert bis heute die Kulturszene der ganzen Stadt von der Künstlervereinigung.
Ein Jahr vor der 25. Wiederkehr des Gründungstags des Vereins erinnert die "Bielefelder Wand" im Museum Waldhof für knapp drei Wochen an die Geschichte und die Bedeutung der "Artists unlimited". Mehrere Projektoren werfen Bilder, Filmausschnitte, Textstücke an die Wand, die sich wie in einer Petersburger Gemäldehängung zu einer lebendig flimmernden und tönenden Mediencollage verbinden. Zuvor hatte sich das Künstlerhaus Lydda in der laufenden Kunstvereins-Ausstellung "Das Bielefelder Gefühl" auf der "Wand" vorgestellt.
Knapp 25 Jahre "Artists unlimited": Das sind insgesamt 128 Kreative – Fotografen, Maler, Bildhauer, Grafik- oder Mode-Designer, Illustratoren, Kulturschaffende –, die dort in der ehemaligen Papierfabrik in den 29 Wohn- und Ateliereinheiten auf 2.000 Quadratmetern lebten und arbeiteten oder es heute noch tun. Nach einer Verjüngung jüngst reicht die Altersspanne jetzt von 21 bis 52 Jahren.
Künstlerisch eine kritische Masse bilden
www.artistsunlimited.de
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Mehr als die Hälfte der derzeitigen Bewohner studiert am Fachbereich Gestaltung. Die vielen einzelnen Kreative zu nennen, die nach dem Auszug noch heute das Bielefelder Kulturleben bereichern, würde den Artikel sprengen. Wiederkehrende Bielefelder Kulturereignisse wie die "Offenen Ateliers" oder der "Carnival der Kulturen" gehen auf ehemalige "Artists" zurück.
Die Vereinsmitglieder, angetreten mit dem Anspruch, künstlerisch eine "kritische Masse" zu bilden, blieben fast von Anfang an nicht unter sich. Sie finanzieren ein dreimonatiges Arbeitsstipendium für Künstler aus aller Welt; Laila Evensen aus Norwegen, spezialisiert auf Video-, Skulptur- und Installationskunst, ist die derzeitige, 70. Gastkünstlerin im Opitz-Haus.
215 Ausstellungen mit Positionen junger Kunst
Zur Außenwirkung tragen die jährlichen Kunstversteigerungen "Weihnart" zugunsten des Stipendiums und die eigene Galerie im Kellergeschoss, zugänglich durch den Biergarten des "Café Milestones", bei. Dort zeigen nicht nur die Gastkünstler, wozu sie die "Artists" und Bielefeld inspiriert haben, insgesamt 215 Ausstellungen mit Positionen junger Kunst waren bislang dort zu sehen.
"Bielefelder Wand" der "Artists unlimited". Bis zum 26. April im Museum Waldhof. Do. fr. 15-19 Uhr, sa., so. wie auch am Karfreitag und Ostermontag 12-19 Uhr, während der Ausstellung "Das Bielefelder Gefühl".