RTL-Nachrichtenchef Peter Kloeppel lehnt Nebentätigkeiten ab, moderierte aber für die Bertelsmann-Stiftung
Köln. Peter Kloeppel ist der Nachrichtenmann von RTL. Jetzt hat der Chefredakteur und Anchorman seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag verlängert. Bis Ende 2014 wird der 50-Jährige, der seit 1992 das Gesicht von "RTL-Aktuell" ist, das Nachrichten-Geschäft weiter verantworten. "Seine Kompetenz und seine Glaubwürdigkeit haben RTL-Aktuell maßgeblich geprägt", lobte RTL-Geschäftsführerin Anke Schäferkordt ihren Nachrichtenchef.
Und der bezog in dieser Woche auch Stellung in der Debatte um Nebentätigkeit von TV-Moderatoren und betonte: "Ich habe für mich die grundsätzlicher Entscheidung getroffen, dass ich mich für Nebentätigkeiten nicht bezahlen lasse, sie deshalb nicht annehme." Das widerspreche seiner Berufsauffassung.
In den Jahren 2001 und 2003 scheint das noch anders gewesen zu sein. Da moderierte Kloeppel für die Bertelsmann-Stiftung an jeweils zwei Abenden den Opern-Gesangswettbewerb "Neue Stimmen" in der Gütersloher Stadthalle. Für Kloeppel offenbar kein Widerspruch, denn Christian Körner, RTL-Sprecher, erklärte dazu auf Nachfrage dieser Zeitung: "Peter Kloeppel hat vor seiner Ernennung zum Chefredakteur den Gesangswettbewerb moderiert."
Aufwandsentschädigung für Moderationen
Seit seiner Ernennung zum Chefredakteur im November 2004 habe er aber Moderationen außerhalb von RTL drastisch reduziert und dabei gänzlich auf Veranstaltungen etwa von Wirtschaftsunternehmen verzichtet, um seine journalistische Unabhängigkeit nicht zu gefährden. Körner: "In seltenen Fällen moderiert Kloeppel Veranstaltungen wie zuletzt die Eröffnung der Branchenveranstaltung Medienforum NRW."
Wie zu hören ist, soll Kloeppel für seine Moderationen in Gütersloh – 2006 moderierte er zudem honorarfrei für die Stiftung eine Jugenddiskussion – "lediglich eine Aufwandsentschädigung" erhalten haben. Über deren Höhe war nichts zu erfahren. Sie soll aber weit unter den Beträgen liegen, die in der Diskussion um Nebeneinkünfte von Journalisten bekannt wurden. Da war von bis zu 20.000 Euro die Rede, die Mr. Tagesthemen, Tom Burow, kassierte.