Zum zehnten Geburtstag von "Wer wird Millionär?" zeigt RTL drei Spezialausgaben der Erfolgsshow
Köln. Rund 1.700 Kandidaten, mehr als 22.200 Fragen und jede Menge mal blitzgescheiter, mal strohdummer Antworten: Günther Jauchs Quizshow "Wer wird Millionär?" wird zehn Jahre alt, und zum Jubiläum zeigt RTL am 11., 18. und 25. September gleich drei extralange Spezialausgaben, in denen Jauch unter anderem die Highlights der Ratesendung Revue passieren lässt.
Der 53-Jährige dachte kürzlich zwar laut über seinen Rückzug aus dem Fernsehen nach, vorläufig ist ein Ende der Show, die am 3. September 1999 Premiere hatte, jedoch auch nach 816 Ausgaben nicht in Sicht: "Ich habe immer noch sehr viel Spaß bei ,Wer wird Millionär?’ und schleppe mich nicht hin", sagt Günther Jauch.
Durchschnittlich 6,44 Millionen Zuschauer sahen in diesem Jahr bislang zu, wenn Jauchs Kandidaten ihre kleinen grauen Zellen marterten und er selber mit ironischen Apercus glänzte – damit ist die Show zwar kein Straßenfeger mehr wie in der Anfangszeit, doch so mancher teure Fernsehfilm hat schlechtere Quoten. Das Konzept geht nicht nur in Deutschland auf: Das aus dem britischen Fernsehen stammende Rateformat wurde bislang in mehr als 100 Länder verkauft und gilt als erfolgreichste Fernsehshow der Welt.
Der streng ritualisierte Ablauf hat sich seit zehn Jahren kaum verändert – wieso ist das simple Frage-Antwort-Spiel trotzdem immer noch so populär? "Ich glaube, weil sich jeder vor dem Fernseher mit den Kandidaten identifizieren kann, weil in jeder Sendung neue und andere Menschen mit wieder anderen Macken und einem anderen Humor, einem anderen Wissen oder Nichtwissen antreten", erklärt Jauch.
49 Millionenfragen
In den Spezialausgaben kann der populäre Moderator auf reichlich Jux, Jammer, Jubel und 5.010 verbrauchte Joker zurückblicken. Es gab Skandale um ungenau formulierte Fragen und Antworten oder jenen Mann, der regelwidrig ein zweites Mal als Kandidat bei Jauch landete, und es gab etliche Blackouts. So dürften sich viele Zuschauer an den Kopf gefasst haben, als ein Kandidat den Satz "Klappe zu..." nicht auf Anhieb korrekt mit "...Affe tot" vervollständigen konnte. Insgesamt wurden in den regulären Ausgaben der Quizshow bislang 60,5 Millionen Euro ausgeschüttet – Jauch zufolge hat mancher Gewinner sein Geld aber nie gesehen, weil Finanzamt oder Gläubiger schneller waren.
49 Mal stellte der Moderator die Millionenfrage, acht Kandidaten schnappten sich den Hauptgewinn. Zwei davon, Oliver Pocher und Thomas Gottschalk, erspielten das Geld für einen guten Zweck als Gäste der launigen Prominentenspecials, die schon für viele Highlights sorgten.
Unvergessen ist neben dem Gastspiel von Alice Schwarzer der legendäre Auftritt von Hape Kerkeling als Horst Schlämmer, der mit Jauch die Plätze tauschte und Brüderschaft trank. Die beste Quote erzielte das Special mit Thomas Gottschalk und Heidi Klum im Mai 2001, als sage und schreibe 14,22 Millionen Zuschauer einschalteten.
Mit den Geburtstagsshows kehrt "Wer wird Millionär?" aus der Sommerpause zurück, die letzte der drei Jubiläumsausgaben ist fast drei Stunden lang und wird RTL zufolge einige Überraschungen bieten. Günther Jauch selber hat sich nach eigener Auskunft noch keine einzige Ausgabe von "Wer wird Millionär?" im Fernsehen angeschaut. Zu manchem Kandidaten hält er losen Kontakt – unter anderem zu Eckhard Freise, seinem ersten Millionengewinner: Der Professor schlussfolgerte im Dezember 2000 richtig, dass der Sherpa von Edmund Hillary bei dessen Mount-Everest-Erstbesteigung anno 1953 Tenzing Norgay hieß.