Bielefeld. Bisher hat er seine filmischen Erfahrungen mit Spielzeugmännchen in den Hauptrollen gemacht. Für sein neues Projekt hat der Bielefelder Thomas Lütkehölter echte Menschen als Darsteller gewählt. Damit nimmt er erneut beim Berliner Nachwuchsfilmer-Wettbewerb "99 Fire-Films" teil – diesmal als Titelverteidiger des Sonderpreises.
Eine kleine Kompaktkamera, ein Laptop und viele Ideen: Mehr braucht Thomas "Schwede" Lütkehölter nicht, um seine Filme zu gestalten. "Es gibt viele, die sich einen Kopf um die Technik machen. Meine Technik ist nicht perfekt, ich mache mir mehr Gedanken um die Geschichte."
Vor einem Jahr gewann Lütkehölter durch seine Kreativität den Sonderpreis bei "99 Fire-Films" in Berlin. Damals machte er zahlreiche Bilder von Playmobilmännchen und reihte sie zu einem Film aneinander (wir berichteten). "Ich wollte mich in diesem Jahr weiterentwickeln", sagt der selbstständige Dienstleister.
Darum ist er nun von Plastikmännchen auf Menschen aus Fleisch und Blut umgestiegen. Fast alle Darsteller hat er aus seinem Bekanntenkreis rekrutiert. Nur einen hat er über das Internet kennengelernt. Dort suchte Lütkehölter ein altes Auto, das er in seinem Film zeigen konnte.
"Es gibt einen überraschenden Moment"
Gefunden hat er über das weltweite Netz einen Fiat 500, Baujahr 1952, und den dazugehörigen Halter gleich dazu. Ihn verpflichtete Lütkehölter für eine Hauptrolle. Sein Kurzfilm handelt von einem älteren Mann, der für ein besonderes Erlebnis in eine Autowerkstatt fährt. "Es gibt einen überraschenden Moment. Mehr wird erst nach der Preisverleihung verraten", sagt der 46-Jährige.
Das Motto, unter dem die Filme in diesem Jahr bei dem Wettbewerb eingereicht werden sollen, lautet "Put a Smile in Your Face" (auf deutsch etwa: Zaubere ein Lächeln in dein Gesicht). Doch das Thema ist nicht die einzige Vorgabe der Organisatoren: Der Film darf nur 99 Sekunden lang sein und muss innerhalb von 99 Stunden gedreht werden. "Das Zeitfenster hat mir keine Probleme bereitet. Ich habe mir vor Bekanntgabe des Themas schon viele Gedanken über den Inhalt gemacht."
Die besten 99 Filme im Internet
Alle Filme werden von einer prominent besetzten Jury bewertet. Die jeweils drei besten Teilnehmer in den Kategorien "Bester Film", "Beste Kamera" und "Beste Idee" werden zur Preisverleihungsgala am 16. Februar in den Berliner Admiralspalast eingeladen. Die Veranstaltung findet parallel zur Berlinale statt. Dort werden aus den neun Angereisten die drei Kategorie-Sieger bestimmt.
Außerdem werden die besten 99 Filme im Internet zu sehen sein. Von den Internetnutzern wird dann ein Publikumspreisträger gekürt. Einen Sonderpreis gibt es für Filme, die in keine andere Kategorien passen – in dieser Kategorie gewann der Bielefelder im vergangenen Jahr.
Thomas Lütkehölter hofft, auch diesmal bei der Preisverleihung in Berlin dabei zu sein. Die größte Chance rechnet er sich in der Kategorie "Beste Idee" aus. "Wichtig ist, dass ich persönlich mit dem Film zufrieden bin – und das bin ich." Denn wie auch im vergangenen Jahr ist er mit seinem neuen Werk seinem Motto treu geblieben: "Einen guten Film zu machen, bedeutet nicht, besser zu sein als andere Teilnehmer, sondern anders zu sein."
Weitere Informationen im Internet unter
www.99fire-films.de