Suhrkamp stellt fünf der 20 Romane, die für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert sind
Frankfurt (dpa). Altrevoluzzer Rainald Goetz ("Johann Holtrop") und Altmeister Sten Nadolny ("Weitlings Sommerfrische") gehören zu den Autoren, die mit ihren neuen Romanen für den Deutschen Buchpreis 2012 nominiert sind. Eine Kritiker-Jury hat am Mittwoch unter 162 Büchern 20 Titel für die Endrunde des renommierten Preises bestimmt.
Auf der sogenannten Longlist steht auch Wolfgang Herrndorf, der mit seinem Sahara-Roman "Sand" bereits den Preis der Leipziger Buchmesse in diesem Jahr gewann. "Sehr viele Bücher setzen sich intensiv mit der Geschichte der Bundesrepublik auseinander", sagte der Sprecher der Jury, Andreas Isenschmid (Neue Zürcher Zeitung am Sonntag). "Ich glaube, das ist ein sehr gutes Jahr." Autor Christoph Peters beschäftigt sich in "Wir in Kahlenbeck" mit dem Aufwachsen in einem deutschen Internat, Ursula Krechel beschreibt in "Landgericht" die Rückkehr eines jüdischen Richters ins Berlin der Nachkriegszeit.
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Zu den Nominierten gehören auch bereits bekanntere junge Autoren wie der Österreicher Clemens J. Setz ("Indigo"), der 2009 schon mal auf der Liste der letzten Sechs (Shortlist) stand. Olga Grjasnowa verarbeitet in ihrem Roman ("Der Russe ist einer, der Birken liebt") ihre Erfahrungen als jüdische Einwandererin in Deutschland.
Die weiteren Nominierten: Ernst Augustin ("Robinsons blaues Haus"), Bernd Cailloux ("Gutgeschriebene Verluste"), Jenny Erpenbeck ("Aller Tage Abend"), Milena Michiko Flašar ("Ich nannte ihn Krawatte"), Bodo Kirchhoff ("Die Liebe in groben Zügen", erscheint im September), Germán Kratochwil ("Scherbengericht"), Dea Loher ("Bugatti taucht auf"), Angelika Meier ("Heimlich, heimlich mich vergiss"), Michael Roes ("die Laute"), Patrick Roth ("Sunrise"), Frank Schulz ("Onno Viets und der Irre vom Kiez"), Stephan Thome ("Fliehkräfte", erscheint im September) und Ulf Erdmann Ziegler: "Nichts Weißes". Unter der Verlagen ist Suhrkamp der Gewinner: Fünf Titel des Hauses stehen auf der Longlist.
Am 12. September wird die jetzige Auswahl auf sechs Romane reduziert. Der Sieger der Finalisten wird am 8. Oktober – am Vorabend der Frankfurter Buchmesse – bekanntgegeben. Der Gewinner erhält 25.000 Euro. Im vergangenen Jahr gewann Eugen Ruge für seine DDR-Familiensaga "In Zeiten des abnehmenden Lichts" den Buchpreis.