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21.12.2012
Drei große Ausstellungen in der Kunsthalle Bielefeld
2013: Deutscher Symbolismus, Wandbilder, Kunst und Textil
VON STEFAN BRAMS

Malt auf die Wand | FOTO: KUNSTHALLE

Bielefeld. Am Ende des Pressegesprächs gibt es ein programmatisches Bekenntnis des Kunsthallendirektors. "Ich will hier nicht zeigen, was man schon kennt. Jede unserer Ausstellungen soll eine Einladung sein, Neues zu entdecken, Neuland zu betreten", betont Friedrich Meschede, der in diesem Jahr sein erstes Bielefelder Ausstellungsprogramm verantwortet hat. Mit ernüchternden Zahlen – nur 55.000 Besucher kamen.

Das sind weniger als halb so viele wie im Vorjahr (115.000). Doch Meschede ist nicht unzufrieden, sagt, er bleibe gelassen, verweist auf Kollegen, die ihm gesagt hätten: "Das ist nicht unüblich, dass bei neuen Direktoren die Zahlen im ersten Jahr nach unten gingen." Statt auf die gesunkenen Zahlen verweist Meschede lieber darauf, dass 26 Prozent der Besucher von weiter weg als 100 Kilometer gekommen seien.

Bei der Picasso-Schau habe der Wert bei nur 12 Prozent gelegen. Und auch in der überregionalen Presse sowie über YouTube seien seine Ausstellungen zu Sou Fujimoto und Tony Smith intensiv wahrgenommen worden. "Das macht mir Mut und zeigt, dass die Entscheidung für diese Ausstellungen richtig war, und wir auf dem richtigen Weg sind", betont der Direktor und richtet den Blick nach vorne – auf das Programm für das Jahr 2013.

"Schönheit und Geheimnis" eröffnet Ausstellungsjahr

Eröffnet wird das neue Ausstellungsjahr im März mit der von Jutta Hülsewig-Johnen kuratierten Schau "Schönheit und Geheimnis – Der deutsche Symbolismus". Untertitel: "Die andere Moderne". Damit setzt die Kunsthalle ihre Ausstellungs-Tradition fort, neben der Moderne auch die klassische Moderne auszustellen. "Inspiriert wurde die neue Schau von der Vorgänger-Ausstellung über den deutschen Impressionismus", betont Hülsewig-Johnen. Der Symbolismus habe sich parallel zum Impressionismus entwickelt, "ist aber die andere, weil weniger bekannte Moderne dieser Zeit". 150 Werke aus mehr als 40 Museen werden zu sehen sein.

Zu den großen Themen der Künstler wie Franz von Stuck, Max Klinger, Ludwig von Hofmann bis zu Lovis Corinth gehören Mythen, Sexualität, die Rolle der Frau und das Verhältnis der Geschlechter zueinander. "Die Kunst verbindet Elemente der Tradition mit modernen Auffassungen und bedient sich einer akademisch-realistischen Malerei ebenso wie einer betonten Farbigkeit", skizziert Hülsewig-Johnen die Malerei der Symbolisten.

Arbeit auf den Wänden

"Auf Zeit – Wandbilder-Bildwände" ist die Schau betitelt, die am 4. August eröffnet wird. Das Besondere an dieser Ausstellung: Die Künstler Richard Wright, Michael Majerus, Karin Sander, Josh Smith, Rhinus van de Velde, Arturo Herera, KilianRüthemann und Richard Tuttle werden direkt auf die Wände der Kunsthalle arbeiten. Die Besucher sollen bereits vier Wochen vor der Eröffnung die Arbeiten entdecken dürfen. Zu sehen bis 20. Oktober.

Das Ausstellungsjahr beschließt die Kunsthalle mit der Ausstellung "To Open Eyes – Kunst und Textil vom Bauhaus bis heute" (17. November bis 16. Februar). Meschede möchte mit der Schau an die Tradition Bielefelds als Leineweberstadt anknüpfen. Ein spezieller Fokus der Ausstellung gilt der Bauhäuslerin Benita Koch-Otte, die zwanzig Jahre ihres Lebens als Leiterin der Weberei in den von Bodelschwinghschen Anstalten in Bielefeld tätig war. Ihr Nachlass wird hier erstmals einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Und auch für 2014 hat Meschede bereits geplant. "Zum 800-jährigen Stadtjubiläum planen wir zusammen mit sieben anderen Museen Einblicke in Sammlungen aus Bielefeld. Es gibt viel zu entdecken." Womit wir wieder beim Neuland vom Anfang wären.

Kommentare
@Vorleser: Aber ein bisschen Ambition, einen Zugang zu der Ausdrucksweise anderer zu finden, kann man vielleicht auch vom Publikum erwarten.

Unsere Kunsthalle ist ein Schmuckstück, in das ich auch gern mit Besuchern gehe. Zu ambitioniert sollten die Ausstellungen aber bitte nicht sein!



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