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26.02.2013
Ein Fest für die Kultur
Neue Westfälische, Lippische Landes-Zeitung und Haller Kreisblatt vergeben ihre Sterne des Jahres
VON UNSERER KULTURREDAKTION

Geehrt | FOTO: CHRISTIAN WEISCHE

Bielefeld. Die Kultur stand gestern Abend im Zentrum. Vor mehr als 300 Gästen zeichneten die Neue Westfälische, die Lippische Landes-Zeitung und das Haller Kreisblatt in der Bielefelder Hechelei 13 Kulturmacher mit Sternen des Jahres für ihr künstlerisches und kulturelles Engagement aus. Stefan Brams, Leiter der NW-Kulturredaktion, zitierte den ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau, der einst betonte: "Kultur ist nicht die Sahne auf dem Kuchen, sondern die Hefe im Teig".

Auf den folgenden Seiten stellen wir die mit Jahressternen Geehrten zum großen Teil mit Videos oder Bildergalerien vor.

Fotostrecke
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Seit nunmehr acht Jahren vergeben die drei ostwestfälisch-lippischen Zeitungen wöchentlich ihre Sterne der Woche und einmal im Jahr die Sterne des Jahres, mit denen sie kulturelle Spitzenleistungen auszeichnen. In Filmen, Bildershows und Laudationen wurden die Kulturmacher gewürdigt. Axel Frick, Geschäftsführer der NW, betonte: "Unsere Preisvergabe zeigt einmal mehr, wie vital die ostwestfälisch-lippische Kulturszene ist."

Die nutzte den Abend nicht nur zum Feiern, sondern auch zum Ideenaustausch und Gesprächen über neue gemeinsame Projekte.
In diesem Jahr wurden 13 statt 12 Jahressterne verliehen, denn die Espelkamper Unternehmerin Margrit Harting erhielt für ihr 20-jähriges Wirken an der Spitze der Philharmonischen Gesellschaft Ostwestfalen-Lippe einen Sonderstern "für ihr segensreiches, engagiertes Wirken zum Wohl des Musiklebens in OWL", wie Brams in seiner Laudatio betonte. 

Nachfolgend eine Bilderbogen aus Hartings Schaffen:

                   


Aylin Tezel, die in Bünde geborene und in Bielefeld aufgewachsene Schauspielerin, die es bereits mit 28 Jahren zur Kommissarin in der Krimi-Reihe "Tatort" gebracht hat und auch sonst auf eine steile Film-Karriere sowie ein bereits sehr vielseitiges Schaffen hinter der Kamera und als Tänzerin blicken kann.

Nachfolgend ein Video-Interview bei der Berlinale in Berlin:

                    Pfarrer Hartmut Birkelbach, der seit mehr als sieben Jahren im Kirchenkreis Vlotho unter dem Titel Kirche und Kultur Konzerte, Lesungen und Theaterstücke organisiert und mit Aktionen wie "Kultur trotz(t) Armut" kulturpolitische Akzente setzt.

Nachfolgend ein Bilderbogen von Birkelbachs Schaffen:

                    Heiner Hussong aus Dalhausen, der vor 25 Jahren damit begonnen hatte, Holzpostkarten an Künstler zu verschicken und sie zu bitten, "irgendwas damit zu machen". 570 Künstler antworteten. So entstand mit den Jahren eine faszinierende, ungewöhnliche Sammlung zeitgenössischer Kunst, die immer noch wächst und längst ein eigenes Museum verdient hätte.

Nachfolgend ein Video von einem Besuch bei Hussong in Dalhausen:

                    Astrid Schütze, Vorsitzende des Kulturvereins Borgholzhausen, die dem vergessenen Maler Walter Kroemmelbein, der einst in Borgholzhausen lebte, eine große Ausstellung gewidmet hat, um diesen Künstler, der nach dem Krieg Anschluss an die neue Moderne fand, dem Vergessen zu entreißen und die Wiederentdeckung seines 1.700 Bilder umfassenden Werks möglich zu machen.

Nachfolgend ein Bilderbogen vom Schaffen des Kulturvereins Borgholzhausen:

                    Carsten Nolte, der seit 2009 den Bunker Ulmenwall in Bielefeld leitet. Nolte hat es verstanden, mit seinem Konzept "Nachwuchsförderung im Spannungsfeld Jazz und Jugendkultur" den Bunker, diese altehrwürdige Institution des Jazz, für junge Menschen zu öffnen.

Nachfolgend ein Videointerview mit Carsten Nolte:

                    Jutta Hering-Winckler, Vorsitzende der Mindener Wagner-Gesellschaft, für den seit 2002 anhaltenden Mut, große Wagner-Opern zusammen mit der NWD und dem Mindener Stadttheater eben dort auf die Bühne zu bringen. Im vergangenen Jahr gab es fünf Stunden "Tristan und Isolde", eine Inszenierung, die bundesweit für Schlagzeilen sorgte.

Nachfolgend ein Videointerview mit den Protagonisten:

                    Almut Schmersahl, Vorsitzende der Lippischen Gesellschaft für Kunst, die im 40. Jahr ihres Bestehens mit einer Anselm-Kiefer-Schau glänzte und sich mit mehr als 160 Ausstellungen, die in der alten Schlossküche gezeigt werden, sich als Garant für hochkarätige und spannende Kunst einen Namen weit über die Region hinaus gemacht hat.

Nachfolgend ein Bilderbogen vom Schaffen der Lippischen Gesellschaft für Kunst:

                    Helen Malkowsky, die als Bielefelder Operndirektorin, in ihrem dreijährigen Wirken am Bielefelder Theater mit ihren Inszenierungen künstlerische Akzente gesetzt und mit ihren überraschenden, hintergründigen Lesarten durchaus auch polarisiert hat. Die Oper-Inszenierungen à la Malkowsky war nie lau und vorhersehbar.

Nachfolgend ein Videointerview mit Helen Malkowsky:

                    Ben Hensdiek, Initiator der monatlichen "Gtown-Acoustic-Session" in der Gütersloher Weberei, hat bewiesen, dass man auch unbekannte Musiker ohne jedes technische Equipment auf die Bühne holen und trotzdem mit solch einem Format erfolgreich sein kann. Längst sind die "Gtown-Acoustic-Sessions" fester Bestandteil des Gütersloher Kulturlebens.

Nachfolgend ein Bilderbogen von den "Gtown-Acoustic-Sessions":

                    Rebecca Grotjahn, Professorin für Musikwissenschaft an der Uni Paderborn und der Musikhochschule Detmold, für ihre gemeinsam mit 14 Studenten erarbeitete wissenschaftliche Untersuchung zum Thema "Lippes Grüner Hügel – Die Richard-Wagner-Festwochen in Detmold 1935-1944", die bundesweit für Aufmerksamkeit sorgte, weil sie die perfide Instrumentalisierung von Kunst und Kultur durch den Nazi-Staat deutlich macht.

Nachfolgend ein Videointerview mit Rebecca Grotjahn:

                    Christian Tiedemann, der als Musiklehrer am Städtischen Gymnasium Schülern neue Zugänge zu klassischer Musik ermöglicht, in dem Schüler selbst ihre Mitschüler in Projekten unterrichten und Profimusiker der NWD ihre Musik den Schülern nahe bringen.

Nachfolgend ein Videointerview mit Christian Tiedemann:

                    "Crystal Pasture", die 13-köpfige, selbsternannte Dorfkapelles Bardüttingdorf in Spenge, die mit einem bunten Mix aus moderner Rock- und Skamusik sowie traditioneller Polka und Folklore, die Menschen zum Tanzen und mit dem von ihnen ins Leben gerufenen "Warmenau-Festival" das Dorfleben bereichert hat.

Nachfolgend ein Video über "Crystal Pasture":

                   


Kommentare
Die Figur der Kommissarin im Dortmunder Tatort ist ja nicht die erste oder einzige Rolle von Frau Tezel. Sie arbeitet schon seit vielen Jahren in ihrem Beruf; "steile Karriere", okay, über das Wort kann man natürlich streiten. Meiner Meinung nach macht sie ihre Sache ziemlich gut, aber natürlich muss sich die Figur in den nächsten Folgen noch entwickeln. Eine sehr gute Vorstellung bot Frau Tezel auch als Opfer in einem anderen Tatort "Wem Ehre gebührt" mit Maria Furtwängler, einem Film, der leider auf Druck von Aleviten im "Giftschrank" der ARD liegt und nicht mehr gezeigt wird, was von der Hamburger Autorenvereinigung zu Recht als Zensur angesehen wird. Auch andere Filme mit ihr haben mir sehr gut gefallen. Aber Film, Musik oder Literaturgeschmack ist natürlich etwas Subjektives.

Die Kultur wird mißbraucht! Wie fast immer - Wahres, hier Kultur - findet im fast Verborgenen statt.

Im positiven Sinne eine Herausforderung für Interessierte zu suchen und zu finden .... Auf dem silbernen Tablett wird oft nur Banales, Oberflächlichkeit, Geistlosigkeit serviert.

Wie immer: Die wirklich Kulturschaffenden, die oft im Hintergund arbeiten, also nicht unbedingt im Focus der Öffentlichkeit stehen, sind mit keiner Person bedacht worden. Nur wer Publicity hat, hat hier auch eine Chance. Somit sind diese Sternchen für mich eine kulturelle Nullnummer.

Sowas nennt man Aktionismus.

Es sind ja einige wohlverdiente Sterne bzw. Sternempfänger dabei, das ist schön. Jedoch: Aylin Tezel?????? Hat die schon mal jemand in der Tatort Rolle gesehen? Das ist real bad acting! Extrem unglaubwürdig.
Wofür also der Stern? Weil sie "in Bünde geboren und in Bielefeld aufgewachsen" ist und jetzt im Fernsehen? Und das ist dann schon eine "steile Karriere"? Geht es denn nicht eher darum, dass man etwas FÜR die KULTUR leistet? Fragwürdig, das....



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