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01.03.2013
Kunststiftung NRW sieht Geld fair verteilt
Präsident Behrens weist Vorwürfe aus Westfalen-Lippe zurück
VON FLORIAN PFITZNER

Weniger Anträge aus Westfalen | FOTO: DPA

Düsseldorf. Weil die Kunststiftung NRW das Gros ihrer Mittel ins Rheinland abführt und nur jeden vierten Euro an Bühnen und Museen in den anderen Landesteilen weiterreicht, fühlt sich die westfälisch-lippische Kunst- und Kulturszene vernachlässigt. Die Stiftung weist den Vorwurf zurück - und stellt sogar eine positive Förderbilanz für Westfalen heraus.

Wer in Westfalen und Lippe mit Kunst und Kultur verbunden ist, sieht sich im Vergleich mit dem Rheinland dramatisch im Nachteil. Hiesige Institutionen erhalten gerade einmal knapp 1,8 Millionen Euro von der Kunststiftung NRW, obwohl sich die jährliche Fördersumme landesweit auf 7,3 Millionen Euro beläuft. Bereits in den vergangenen Jahren wurde westfälischen und lippischen Kunstzwecken deutlich weniger Geld zugewiesen als rheinländischen Häusern und ihren Künstlern.

Entsprechend äußerte sich der Unmut über die über die Förderpraxis der Stiftung. Im Vergleich zum Rheinland gerieten Kunst und Kultur aus der Region immer mehr ins Hintertreffen, sagte Barbara Rüschoff-Thale, Kulturdezernentin beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe.

Keine Benachteiligung Westfalen-Lippes

Fritz Behrens, Präsident der Kunststiftung NRW, weist den Vorwurf entschieden zurück. Von einer strukturellen oder systematischen Benachteiligung Westfalen-Lippes durch die Förderentscheidungen der Kunststiftung NRW könne nicht die Rede sein. "Tatsache ist, dass aus Westfalen weit weniger Anträge gestellt werden als aus dem rheinischen Landesteil", teilte der frühere NRW-Innenminister der Neuen Westfälischen auf Anfrage mit.

Für das laufende Jahr notierte die Stiftung etwa im Ressort "Musik" bei insgesamt 189 Förderanträgen lediglich 20 aus Westfalen und Lippe. Im Fach "Visuelle Künste" stammten 43 der unterm Strich 163 eingereichten Bittschriften aus den westfälischen und lippischen Landesteilen. Für "Theater" wurden 21 entsprechende Anträge gestellt, bei einer Gesamtzahl von 77.

Im Förderzweig "Tanz" stellt sich das Missverhältnis nach Behrens’ Worten am eklatantesten heraus: Von 79 Gesuchen verzeichnete sein Haus nur 6 aus Westfalen und Lippe. Behrens sieht in den einzelnen Verhältnissen deutliche Nachweise für die Fairness bei der Geldvergabe. Während die Kunststiftung NRW in der Regel zwei Drittel der Anträge ablehnen müsse, hielten sich Zu- und Absagen bei den Gesuchen aus Westfalen nahezu die Waage.

Dass die Kunststiftung NRW auf die künstlerischen Aktivitäten in Westfalen und Lippe ihr "besonderes Augenmerk" lege, sei im laufenden Jahr unter anderem an der Musikpreisvergabe für Mauricio Kagel bei den Wittener Tagen für neue Kammermusik abzulesen. Überdies weist Behrens auf den im vorigen Jahr ausgerichteten Medienkunstpreis der Kunststiftung NRW hin: Der Nam June Paik Award wurde in Westfalen verliehen - im Kunstmuseum Bochum.


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