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25.03.2013
Herzebrock-Clarholz
Stern der Woche für die Firma Lübbering
Unternehmen integriert Ausstellung mit Werken von Frank Zucht in den Geschäftsalltag
VON SILKE GENSICKE

Lohnt mehr als einen Blick

Herzebrock-Clarholz. Kunst trifft Arbeit und belebt Architektur – ein Konzept, das nicht nur Mut und Experimentierfreude fordert, sondern auch mit Erfolg belohnt wird. Der beste Beweis: Das Unternehmen Lübbering in Herzebrock. Seit Mitte Februar verwandeln Bilder, Grafiken und Objekte des in Berlin ansässigen Künstlers Frank Zucht Büroräume, Montagehallen, Flure und Treppenhäuser der Firma in eine Galerie.

"Mehr als eine Idee mehr", lautet die Firmenphilosophie des Unternehmens und so hört beim Hersteller für Hochpräzisionswerkzeuge für die Automobil- und Luftfahrtindustrie der kreative Sinn auch nicht beim eigenen Produkt auf. "Einblick: Kunst und Arbeit", lautet der Titel der Ausstellung, die sich als kreativer Rundgang durch das komplette Unternehmen schlängelt.
Die Idee zum Projekt entwickelte der Gütersloher Horst Grabenheinrich, früherer Galerist und heutiger Kunstberater, und stieß damit bei Johannes und Achim Lübbering auf offene Ohren. "Kunst im Rahmen der Firma zu präsentieren war eine Idee, die uns direkt begeistert hat.

ir wollen mit dieser Aktion einen Einblick in unsere Firma bieten, aber vor allem unseren Mitarbeitern einen neuen Blickwinkel ermöglichen", sagt Achim Lübbering. Ebenso schnell, wie die Zusammenarbeit besiegelt wurde, war auch die Frage nach dem Künstler geklärt. Die Wahl fiel auf Frank Zucht und insgesamt 99 seiner Werke. "Wir besitzen bereits mehrere Arbeiten des Künstlers und so lag die Auswahl für uns nahe", sagt Lübbering.

Wichtig bei der Entscheidung sei es zudem gewesen, einen Künstler auszustellen, dessen Kunst polarisiere. "Die Kunst verändert die Arbeitsbereiche, sorgt für Diskussionen, bietet Raum für Auseinandersetzung und Reibungspunkte und liefert unseren Leuten neue Perspektiven, Ein- und Ansichten", sagt Lübbering.

Überrascht und mitunter leicht skeptisch reagierten die Mitarbeiter des Unternehmens auf die kreativen Pläne ihrer Vorgesetzten. Eindeutige Worte fand als erste Mitarbeiterin Susanne Otto. "Dieses Bild macht mir Angst", gestand die Vertriebsmitarbeiterin aufrichtig beim Blick auf das Exponat mit dem Titel "Der Disput", das seinen Platz unmittelbar neben ihrer Bürotür gefunden hatte.

Kurzerhand wurde entschieden, dass jeder Mitarbeiter selbst das passende Bild für sein Büro aussuchen sollte. Das Ergebnis: Ohne Scheu näherten sich die Mitarbeiter Zuchts Werken. Es wurde diskutiert, interpretiert und schlussendlich fand sich für jedes Bild ein Platz. "Jeder Raum hat seine ganz eigene Atmosphäre", sagt Grabenheinrich begeistert.

Eineinhalb Jahre arbeiteten Kunstberater und Firmenleitung am Konzept der Ausstellung. Denn es galt sowohl die Bilder des Künstlers optimal in die jeweilige Bürosituation zu integrieren und zudem ein Verhältnis zwischen Arbeit und Kunst zu schaffen, durch den keine der beiden Komponenten in den Hintergrund gedrängt werden sollte. "Kunst sollte nicht dekorativ sein. Ebenso sollte das Produkt der täglichen Arbeit für sich alleine stehen", sagt Grabenheinrich.

Ideale Voraussetzungen für das Ziel einer vielschichtigen Auseinandersetzung zwischen Kunst und Arbeit bot auch die Bauweise des Firmengebäudes. Durch die offene, klar strukturierte und moderne Architektur der Büroräume entsteht ein Rundgang, bei dem kein Winkel der Firma ungenutzt bleibt. Selbst der Aufzug wird durch ein Kunstwerk zu einem Ausstellungsraum mit besonderer Atmosphäre.

Noch bis Mitte Mai kann die Ausstellung besichtigt werden. Nicht nur den eigenen Mitarbeitern, auch externen Kunstfreunden wird gerne ein Blick auf Zuchts Werke sowie in den Arbeitsalltag der Firma Lübbering gewährt. Ganz in diesem Sinne hätte der Titel der Ausstellung "Einblick" nicht passender gewählt sein können – ist es doch die besondere Art von Transparenz, mit der alle Akteure sowohl der Kunst als auch ihrer eigenen Arbeitswelt begegnen.

Eine Initiative der Neuen Westfälischen (NW), der Lippischen Landes-Zeitung (LZ) und des Haller Kreisblatts (HK).



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