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12.07.2013
Bielefeld
Jörg Rosenstengel mit neuen Krimi "Nach Asche schmeckt die Nacht" auf Lesetour
Autor wählt Bielefelder Schauplätze als Tatorte
VON ANTJE DOSSMANN

Krimi-Debüt | FOTO: ANTJE DOSSMANN

Bielefeld. Zu dem guten Ruf der Stadt am Teutoburger Wald gehört wesentlich ihre relativ niedrige Kriminalitätsrate. Entsprechend groß ist das Echo, geschieht innerhalb ihrer vermeintlich sicheren Mauern dennoch ein kapitales Verbrechen. Das ist in der Realität nicht anders als in der Literatur.

Jüngstes Beispiel: Jörg Rosenstengels soeben im AJZ-Verlag erschienener Kriminalroman "Nach Asche schmeckt die Nacht". Nachdem ein gemeiner Mord auf dem Sparrenburg-Parkplatz passiert ist, wird der Bielefelder Ermittler Matze May bei Recherchen in Düsseldorf prompt gefragt: "Sag mal, was ist denn bei euch da oben los? Müssen wir eine Reisewarnung aussprechen?"
Die hinter der kollegialen Frotzelei versteckte Sorge scheint berechtigt. Zwei Menschen wurden in ihrem Auto in Brand gesteckt.

Info

Lesungen

  • Wer den Autor und sein neues Bielefelder Ermittlerteam, das auf Rosenstengels Schreibtisch bereits in den nächsten Fall verwickelt ist, kennenlernen möchte, hat an folgenden Tagen und Orten die Möglichkeit dazu:
  • 12. Juli: Sparrenburg (Parkplatz).
  • 13. Juli: Obersee (Viadukt).
  • 14. Juli: Bewekenhorn.
  • 15. Juli: Kado Sushi.
  • 16. Juli: Schäfers.
  • 17. Juli: Eulenspiegel.
  • 18. Juli: Bürgerwache.
  • 19. Juli: Mondo.
  • 20. Juli: Sieben Hügel.
  • Beginn jeweils um 19 Uhr. Eintritt frei.
  • Am 12./13./15./16./18. Juli mit Musiksupport "Bad Temper Joe".


Bald müssen noch andere um ihr Leben fürchten. Denn offensichtlich läuft ein Serientäter herum, der es auf Liebespaare abgesehen hat. Und wenn Henning Mankell da ein wenig grüßen lässt, ist das kein Zufall. Gehört der schwedische Altmeister neben Jan Costin Wagner doch zu den erklärten literarischen Vorbildern des selbstständigen Werbetexters Jörg Rosenstengel. Zumindest was das Genre Kriminalliteratur betrifft.

Autor diskutiert gesellschaftliche Fragen

Als studierter Literaturwissenschaftler mit dem Schwerpunkt Amerikanistik sind es darüber hinaus Richard Ford und Jonathan Frantzen, deren Werke der in Herford aufgewachsene Autor beim Schreiben vor Augen hat. Eine Story zu erzählen, sagt er, interessiere ihn weitaus mehr, als dem noch immer weit verbreiteten deutschen Hang zur Innerlichkeit zu frönen.

Zugleich sei es ihm in der Tradition skandinavischer Kriminalliteratur wichtig, neben dem eigentlichen Plot gesellschaftliche Fragen zu diskutieren. Auch eine gewisse Schönheit der Sprache zu pflegen und mit variablen erzähltechnischen Mitteln das leicht zur Ermüdung führende klassische Whodunit des Kriminalromans aufzulockern.

Und das, so viel sei verraten, ist dem verhältnismäßig spät berufenen Selfmade-Schriftsteller über 284 spannend und unterhaltsam zu lesende Seiten erstaunlich gut gelungen.
Abgesehen von einigen nicht ins Gewicht fallenden Kinderkrankheiten, die das Debüt noch hat, zu denen der unbekümmerte Umgang mit Fragen der Orthografie gehört sowie kleinere Ungenauigkeiten in der Handlungslogik, ist "Nach Asche schmeckt die Nacht" ein angenehm selbstsicher erzählter Krimi.

Krimi mit besondere Atmosphäre

Nicht nur die gut beschriebene besondere Atmosphäre einer ungewöhnlichen Hitzewelle und die überzeugende Schilderung polizeilicher Arbeit machen ihn lesenswert. Sondern auch die detailreichen Charakterbilder, die Rosenstengel vom Ermittlungsteam rund um Kriminalhauptkommissar Timo Senner liefert.

Dazu kommt für Bielefelder Leser das Vergnügen, zahlreiche Handlungsorte wiederzuerkennen. Auch das handhabt der 48-Jährige bemerkenswert souverän. Einige Orte, die im Roman eine Rolle spielen, sind ab Ende der Woche Schauplatz einer neuntägigen Lesetour. Auf Rosenstengels Schreibtisch wartet bereits der nächste Fall auf sein Ermittlerteam. 

Jörg Rosenstengel, "Nach Asche schmeckt die Nacht", Timo Senners erster Fall, AJZ Druck & Verlag, 284 S., 12,80 Euro.
      



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