Bielefeld. Von der Kleinstadt in die Weltstadt – vom lippischen Dörentrup, wo er aufgewachsen ist, nach San Francisco: Janek Becker will "den Puls der Zeit spüren". Abenteuer-Urlaub zu machen, sagt er, sei schon immer sein Traum gewesen. Nun geht er in Erfüllung. Der 19-jährige Rocknachwuchskünstler (die NW berichtete im November 2008) tourt knapp zwei Monate als Straßenmusiker durch Kalifornien.
So schnell wie er mit seinen großen Augen über die Landkarte huscht, zieht auch sein Zeigefinger die Route nach. Über den Highway Number One soll seine Reise bis nach Los Angeles gehen – mit Bus und Bahn. Im Gepäck: Nur ein paar Klamotten und eine "Wandergitarre". Die kauft sich der Abiturient gleich am ersten Tag auf einem Flohmarkt.
Spielen will er überall: Am Strand, auf der Straße oder auch in Clubs.
Alles soll recht spontan sein. "Ich frage dann einfach mal in verschiedenen Bars nach, ob die vielleicht noch einen jungen Nachwuchskünstler aus Germany suchen, der live spielt."
Fremde sind Freunde, die man noch nicht kennt – das scheint der Leitgedanke des Dörentrupers zu sein. Übernachten will er in Hostels. Und damit er "so richtig in die Kultur eintauchen" kann, klopft er vielleicht auch mal bei der einen oder anderen Familie an die Tür, erzählt Janek. Über das Internet ist er auf eine Organisation gestoßen, die Kontakte zu Einheimischen vermittelt.
Auf diese Art möchte er die amerikanische Lebensweise besser kennenlernen und neue Inspirationsquellen für sich und seine Musik entdecken. Janek wirkt ein wenig nervös. Es ist nicht die Nervosität, die Angst oder Zweifel meint – in seiner Stimme schwingt etwas anderes mit. Es ist die unbändige Sehnsucht nach Abenteuer und "Hollywood-Feeling". Das, so erzählt er, wollte er schon immer mal spüren. Und so sei die Vorfreude auch größer, als der Abschiedsschmerz.
Unbeirrbar bahnt sich Janek seinen Weg ins Ungewisse: "Ich weiß nicht, was auf mich zukommt, aber genau das ist ja das Gute und Spannende."