Herford. David Bruhn war sieben Jahre alt, als er begann, Klavier zu spielen. Zwei Jahre später lernte er Schlagzeug. Heute träumt der 20-Jährige von einem Musikstudium in den Niederlanden und einer Karriere als Drummer. Von der Rockakademie OWL wurde er jetzt zum Nachwuchskünstler des Monats gekürt.
Seine ersten musikalischen Gehversuche neben dem Klavier- und Schagzeugunterricht machte David bereits in der Herforder Grundschule Oberringstraße zusammen mit seinem Freund Benjamin Kemper. Als "Die dynamischen Schweine" kombinierten die zwei Sprechgesang und Keyboard-Sound.
Die "hear.Oes", die David und Benjamin zusammen mit David Schilling, einer Gitarristin und einer Bassistin am Herforder Königin-Mathilde-Gymnasium gründeten, waren dann das erste richtige Band-Projekt. Gemeinsam wollten die Fünf die experimentellen Rock/Pop-Songs von David Bruhn auf die Bühne bringen.
David schreibt Song-Texte seit er 13 Jahre alt ist. In seinem Zimmer hat er sich ein kleines Studio mit E-Piano, E-Gitarre, Akustik-Gitarre, Mikrofon und Mischpult eingerichtet. "Dort schreibe ich alle meine Songs. Dort kann ich viel herum experimentieren", sagt er. Vier Midi-Alben sind so entstanden. Jetzt soll das erste Audio-Album rauskommen. Der Titel steht schon fest: "Insomnia", inspiriert von einem Stephen-King-Buch. "Die Songs erzählen die Geschichte eines Menschen, der an Schlafstörungen leidet und deshalb oft tagsüber in eine Traumwelt abdriftet", sagt David.
Häufig lässt David sich beim Texten von "Genesis" inspirieren, besonders von der Musik aus der Zeit, als Peter Gabriel noch Frontmann der Band war. Und wenn Genesis nicht reicht, dann sind es "The Mars Volta", "Radiohead" oder auch die isländische Sängerin Björk, deren Musik er oft und gerne hört. "Ich verbringe soviel Zeit wie möglich mit Musik", sagt David. Professionell zu texten, kann er sich indes nicht vorstellen: "Das werde ich immer nur nebenbei machen." Sein Fokus liegt auf einer Karriere als Schlagzeuger.
In zwei Bands sitzt David hinter den Drums. "Primateria", gegründet 2005, ist der Nachfolger der "hear.Oes", allerdings jetzt mit Markus Wulfmeier als Gitarrist und Andreas Weimer als Bassist. 2006 stieg er zusätzlich bei der Alternative-Rock-Gruppe "Noise of Irony" ein. Eigentlich sollte David nur den Drummer während dessen Urlaubssemester ersetzen, doch schnell wurde er zum festen Bandmitglied. Mit "Noise of Irony"-Frontfrau Lisa Skutella singt er "Lonely Cloud", den ersten Song des geplanten Albums "Insomnia".
Könnte er in die Zukunft blicken, dann wäre David in fünf Jahren "als Schlagzeuger unterwegs". Dass der Weg dahin nicht einfach ist, weiß er.
Im Juni dieses Jahres sind die Aufnahmeprüfungen für sein angestrebtes Musikstudium als Schlagzeuger. Er hat sich gleich dreimal beworben: in Enschede, Arnheim und Zwolle. Alle drei Hochschulen gehören zum "Artist Conservatorium" – einer Musikschule von internationalem Ruf. Jetzt arbeitet David Bruhn mit einer Projekt-Combo an Jazz-, Pop- und Rock-Stücken, um die Jury zu beeindrucken. Plan B wäre schlussendlich, doch in Deutschland zu studieren. Doch richtig begeistert ist er von dieser Option nicht. "Wenn man professionell Musik machen will, muss man es auch zu 100 Prozent wollen", sagt er und arbeitet deshalb jeden Tag ein bisschen daran, um seinen Traum zu verwirklichen.
Mehr Informationen über David Bruhn, Hörproben seiner Musik und die Homepage der Rockakademie OWL gibt es unter www.brohmmusic.de.vu und www.rockakademie-owl.de