Herford. Die Welt ist finster, das Leben ein Kampf und die Menschen sind Marionetten der Mächtigen und Medien. Irgendwann hatte Marko Osterholz (28) keine Lust mehr auf die deprimierende Attitüde der Rock-und Metal-Szene, in der er sich bewegte. "Ich bin kein Weltverbesserer und ich bin ein fröhlicher Mensch", sagt der Sänger und Gitarrist. Er trennte sich von seiner Band und singt seitdem, was und wie es ihm gefällt.
Seinen Stil bezeichnet der "Nachwuchskünstler des Monats Juni" der Rockakademie OWL in Herford als "Rock-und Metal-Allerlei". Seine melodischen Nummern sind von vielen Seiten beeinflusst, am deutlichsten aber tragen sie die Spuren seiner musikalischen Entwicklung.
Als Dreizehnjähriger spielte er Gitarre in seiner ersten Band und schrieb seine ersten Metal-songs, die er heute, wie sollte es anders sein, "relativ grottig" findet. In den darauffolgenden Jahren spielte er in verschiedenen Bands, meist "Melodic Metal" , inspiriert von "Halloween" oder "Blind Guardian".
"Mach du doch mal", hieß es 1999, als seine Band "Stormblade" einen Sänger suchte. "Nach dem ersten Auftritt dachte ich: Das ist meine Bestimmung", sagt Osterholz. Er nahm Gesangsunterricht und bat andere Sänger nach Konzerten um Tipps. "Das Wichtigste ist, seine Stimme zu schonen, sonst macht die irgendwann nicht mehr mit. Also früh schlafen gehen, wenig Alkohol und professionelles Stimm-Training" – so viel zum Klischee vom harten Rocker.
Als die Band 2002 einen Plattenvertrag bekam, nannte sie sich in "Predator" um, zwei Jahre später kam die gleichnamige CD heraus. "Wenn du eine Vertrag hast, fängt die Plattenfirma an, der Band reinzureden. Das ist normal, hat mich aber trotzdem gestört", sagt er.
Osterholz wollte weiterkommen, wollte mehr aus seiner Stimme herausholen. 2005 trennte er sich von Predator, nahm Unterricht bei einer Opernsängerin und richtete sich zu Hause sein eigenes Studio ein. "Ich singe auch mal was von Sinatra, wenn mir danach ist.Ich bin kein Metaller, sondern Musiker." Gesanglich beeinflusst sieht er sich von Jorn Lande, Warrel Dane oder Mark Boals, Vorbilder an der Gitarre sind für ihn Paul Gilbert, Steve Vai oder John Petrucci, sein Gesamtstil erinnert dementsprechend an "Dream Theater" oder "Nevermore".
Der gelernte Bankkaufmann aus Bruchmühlen studiert die Fächer Englisch und Deutsch für das Lehramt an Realschulen, nebenbei gibt er Musikunterricht. Seine Zeit widmet er neben der Uni und dem Unterricht seinen zwei Kindern und seiner Frau, alle verbleibende Zeit seiner Musik. Ende diesen Jahres plant er, seine erste Solo-CD zu veröffentlichen. Hörproben und Informationen:www.rockvoice.de