Lippinghausen. Ann Christin Weiß hat ihre Karriere fest im Blick. Sie will mit ihrer Band "Sightbill" auf die große Bühne. Das zweites Album der Acoustik-Rocker erschien Mitte April. Jetzt will "Sightbill" einen Plattenvertrag.
Ann Christin Weiß kommt direkt von der Arbeit. Sie trägt Turnschuhe, Lederjacke, Sonnenbrille. In einem großen Studio in Lage lernt sie Werbefotografin. Bald ist Abschlussprüfung. Trotzdem steht sie weiter auf der Bühne. Als Sängerin und Gitarristin von "Sightbill" hat sie gerade das neue Album "Layer Two" vorgestellt (erhältlich über die Homepage der Band). Mit Bassist Felix Neef und Schlagzeuger Peter Sprengel spielt sie seit fünf Jahren zusammen.
Beim Abitur in Herford lernten sich die drei kennen. Der Bandname entstand spontan. "Wir hatten keine Ahnung, wie wir uns nennen sollten", erzählt Ann Christin. Also blätterten sie durch ein Deutsch-Englisch-Wörterbuch und tippten mit dem Finger wahllos auf Begriffe. Die Entscheidung fiel wegen des Klangs auf "Sightbill". Es bedeutet "Sichtwechsel", ein Schuldschein.
Sie will sich nicht festlegen
Das neue Album hat wie das vorherige deutsche und englische Texte. In welcher Sprache Ann Christin singt, hängt vom Inhalt ab. "Wenn die Musik mehr im Vordergrund steht, eher auf Englisch", erklärt sie. Geht es um aktuelle Erlebnisse, die die Band verarbeitet, greift "Sightbill" lieber zur Muttersprache. "Im Moment gibt es gerade eine Welle deutscher Texte in den Charts", sagt Ann Christin. "Aber wir möchten uns nicht festlegen."
Zu ihren Vorbildern gehören davon besonders "Silbermond" und "Wir sind Helden". Außerdem mag sie Pink. Das hört man auch in der Musik von "Sightbill", die an ruhigere Stücke von "Silbermond" oder "Juli" erinnert. Auch die Besetzung ist ähnlich. Warum Bands mit einer Frontfrau so erfolgreich sind, kann Ann Christin nicht erklären. Aber eine Vermutung hat sie. "Durch eine Frau kommt noch mehr Gefühl rein", meint die Sängerin: "Von mir stammen viele langsame Lieder."
Wegen des poppigen Sounds kommen Zuschauer aller Altersgruppen zu den Konzerten. "Auch meine Großeltern waren schon da", erzählt Ann Christin, "und meine Nachbarin arbeitet gern im Garten, wenn ich übe."
Keiner hat ihr das Singen zugetraut
Die 24-Jährige wollte schon in ihrer Kindheit ein Star werden. Sie hatte Unterricht an der Musikschule und mit zwölf Jahren ihre erste Band gegründet. Sängerin wurde sie erst in der Stufenband ihres Abijahrgangs, obwohl ihr das keiner zugetraut hatte. "Wenn mir einer sagt, das kannst du nicht, dann sage ich: Doch!", betont Ann Christin.
Um sich jetzt den Traum zu erfüllen, mit "Sightbill" auf großen Bühne zu spielen, gibt die Band viele Konzerte, nutzt das Internet und schickt das neue Album zu Labels. "Jetzt haben wir noch die Möglichkeit, das zu machen", erklärt Ann Christin. Denn die Bandmitglieder sind nicht fest im Beruf. "Keiner von uns hat ein Problem damit, jeden Tag woanders zu spielen." Aber verbissen sieht Ann Christin Weiß ihre Karriereplanung nicht: "Der Spaß daran, so weit zu kommen, wie es geht, steht im Vordergrund."
Mehr im Internet unter:
www.sightbill.de
www.rockakademie-owl.de