Stern der Woche für Michael Plöger und Andreas Beaugrand
Ein wunderbar verspieltes Bielefeld-Zöhle Buch
Michael Plöger ist Maler. Seit dem Jahr 2009 hat der 1956 in Bielefeld geborene Künstler 2.000 Portraits gemalt – von Menschen, die er Zöhler nennt und die angeblich im kleinsten Bielefelder Stadtbezirk namens Zöhle leben. Schnell hingeworfene, spontane Portraits von Menschen in Bahnen und Bussen hat der "bekennende Zöhler auf Zeit" angefertigt. Schrill, schräg, skurril sind die Zöhler, Menschen, die man einfach lieben muss, obwohl sie wahrlich nicht schön zu nennen sind. Doch lassen kann der Betrachter von ihnen nicht, weil sie uns doch vertraut vorkommen – seien sie nun jung, alt, männlich, weiblich, glücklich oder unglücklich – diese zähen Zöhler.
Doch die Geschichte hat einen Haken – niemand weiß, ob es diese Zöhler wirklich gab oder gibt. Auch das von Andreas Beaugrand herausgegebene kleine, aber feine Buch "Bielefeld-Zöhle", das eine Auswahl von Plögers Bildern versammelt und wissenschaftlich klingende Texte zu Zöhle bietet, spielt mit dieser Verunsicherung und bietet beste Unterhaltung und ästhetischen Genuss. Dafür verleihen wir den beiden Zöhle-Freunden und ihren Mitstreitern einen Stern der Woche. (ram)
Eine Initiative der Neuen Westfälischen (NW), der Lippischen Landes-Zeitung (LZ) und des Haller Kreisblatts (HK).
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