Stern der Woche an Jürgen Scheffler als Anwalt des Lemgoer "Outsiders" Karl Junker
Nicht nur in seiner Heimatstadt Lemgo galt Karl Junker über lange Zeit als skurriler Sonderling und das von ihm geschaffene Werk als Beweis für seine geistige Verwirrung. Schon wenige Jahre nach dem Tod des Malers, Holzschnitzers und Schöpfers phantastischer Architekturentwürfe im Januar 1912 schmückten Mythen und Legenden seine Lebensgeschichte aus.
Bis zum heutigen Tag wirft der Versuch der Einordnung von Person und Werk in die Kunst- und Architekturgeschichte viele Fragen auf. Wie bedeutsam der Fundus ist, über den die Stadt Lemgo mit dem Junkerhaus und dem Nachlass seines Erbauers verfügt, zeigt das überregionale Interesse an den Werken. In enger Zusammenarbeit mit dem Verein Alt Lemgo fördert Jürgen Scheffler, Leiter des Städtischen Museums Lemgo, das Verständnis für das Schaffen Junkers, das vor allem von ausländischen Kunstwissenschaftlern in den Kontext der Outsider Art gestellt, der Art Brut im Sinne Dubuffets zugeordnet wird.
Den Stand der Forschungen dokumentiert die von Scheffler herausgegebene Neuerscheinung "Ein Außenseiter in der Kunst. Karl Junker und das Junkerhaus in Lemgo". Mit dieser Publikation nimmt der Museumsleiter einmal mehr die Herausforderung an, "die Außenseiterstellung des Künstlers Karl Junker und seine ungewöhnliche Raumschöpfung zu reflektieren". Wir verleihen ihm dafür einen Stern der Woche. (lon)
Eine Initiative der Neuen Westfälischen (NW), der Lippischen Landes-Zeitung (LZ) und des Haller Kreisblatts (HK).