Das Felix-Nussbaum-Haus in Osnabrück will sich öffnen und lädt in einer neuen Reihe Künstler ein, sich mit dem 1944 von den Nazis im KZ Auschwitz ermordeten Künstler und seinem Werk auseinanderzusetzen. Als erste Künstlerin wurde die Bielefelderin Gabriele Undine Meyer eingeladen.
Meyer, die sich seit Jahren mit dem Thema Erinnerung in ihren Arbeiten auseinandersetzt, hat sich Nussbaum zweifach genähert. Aus den mehr als 200 Werken des Künstlers, die das Osnabrücker Museum beherbergt, hat sie 47 Arbeiten ausgewählt und zu zwei Werkkomplexen im großen Saal des Nussbaum-Hauses arrangiert. Der eine zeigt abweisende Stadt- und Hausansichten, der andere im Hafen liegende, oft wenig vertrauensvolle Boote.
Bilder, die die Verlorenheit des von den Nazis verfolgten Künstlers spiegeln. Ergänzt hat Meyer die von ihr sehr dicht gehängten Werke um eine Videoinstallation, die ein tosendes Meer zeigt, das beim Beobachter das Gefühl erzeugt, selbst auf schwankendem Boden unterwegs zu sein. Eine beklemmende Erfahrung, die im Zusammenspiel mit Nussbaums Werken, der Ausgabe fremder Pässe samt Abstempelung und dem kargen von Daniel Libeskind geformten Raum ihre Wirkung, Fremdheit und Verfolgung zu spüren, nicht verfehlt. Für ihre "Transit" betitelte, überzeugende künstlerische Arbeit verleihen wir Gabriele Undine Meyer unseren Stern der Woche. (ram)
Eine Initiative der Neuen Westfälischen (NW), der Lippischen Landes-Zeitung (LZ) und des Haller Kreisblatts (HK).