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05.02.2010
PADERBORN
Online-Konto statt Schalter-Kontakt
Wie Banken auf veränderte Bedürfnisse ihrer Kundschaft in ländlichen Regionen reagieren
VON HOLGER KOSBAB

Eindeutiger Trend | FOTO: WOLFGANG RUDOLF

Paderborn. Bezahlt wird mit Karte oder online. Auch der nächste Geldautomat ist meistens recht nah. Außer in den kleinen Dörfern, wo es keine Automaten gibt - und auch keine Bank. Die Bevölkerungsentwicklung ist einer der Gründe dafür.

Nicht ob sich die Sparkasse Paderborn mit ihren 46 Filialen mit demographischen Veränderungen befasse, sondern wie ist für Pressesprecher Burkhard Schulze die Frage. Grundlage seien die 170.000 Privatkunden mit ihren sich ändernden Bedürfnissen. "Stationäre Dienstleistungen werden immer weniger gefragt", sagt Schulze. Beratungsleistungen würden auf größere Filialen konzentriert. Zudem gehe der Trend auch bei Älteren immer stärker zum Online-Banking, genauso wie zur Automatennutzung.

Zurzeit hätten 40 Prozent der Privatkunden und 50 Prozent der gewerblichen Kunden ein Online-Konto. Vor gut einem Jahr wurden sechs Filialen der Sparkasse Paderborn geschlossen. "Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen", sagt Schulze. Zugleich betont er, dass kein Standort allein aus einer demographischen Betrachtung geschlossen oder mit einem anderen zusammengelegt werde.

Von der Alterspyramide zur Altersurne

Basis für hausinterne Planungen ist der Demographie-Atlas des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Danach geht die Sparkasse Paderborn in ihrem Geschäftsgebiet von einem Bevölkerungswachstum von vier Prozent bis 2025 aus - und ist auch beim Personaleinsatz auf Wachstum eingestellt. Eine wichtige Größe sind Migranten. Deren Versorgung und Beratung sei ein klares Ziel, erklärt Marion Schütte vom Vertriebsmanagement. Soweit möglich, werde versucht, Mitarbeiter mit Zuwanderungsgeschichte in betreffenden Gebieten einzusetzen. "Bei der Einstellung von Auszubildenden wird in Zukunft verstärkt darauf geachtet", so Winfried Kurte (Personalleitung).

Der Bevölkerungswandel von der Alterspyramide zur Altersurne wird auch bei der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold genauestens verfolgt. Durch eine Lebensphasenberatung werde versucht, die gut 200.000 Privatkunden in allen Abschnitten zu begleiten: Von der Ausbildung über die erste Reise, eine Immobilienfinanzierung bis zum Sparen fürs Alter. Der Bereich der privaten Versorgung im Alter sei ein Beratungsschwerpunkt mit immer größerer Bedeutung, erläutert Vorstand Friedrich-Michael Keine. Besonders groß sei das Interesse an der Riester-, Rürup- und Wohnriester-Rente.

Da ältere Kunden über die Hauptmenge des Geldes verfügten, sei deren Vermögensverwaltung ein zunehmend wichtiger Sektor. Genauso gebe es in jeder Filiale Jugendbetreuer. Pro Jahr schließt die Volksbank rund 16.000 neue Sparverträge ab. Auch Versicherungsprodukte liefen heute stärker als früher.

Einige Filialien wurden überflüssig

An einem ändert das nichts: "In den letzten 10 Jahren haben wir rund 20 Prozent unserer Filialen geschlossen", sagt Keine. Die Gesamtzahl der Standorte unter anderem in den teilweise von einem Einwohnerrückgang von bis zu 15 Prozent bedrohten Kreisen Höxter und Lippe ging von 87 auf 66 zurück.

Die Bevölkerungsentwicklung sei dafür ein Grund. Einige Filialen - wie in Höxter - wurden durch Fusionen überflüssig, andere durch Konzentration. So wurden in Paderborn-Schloß Neuhaus zwei Bankfilialen dicht gemacht und eine dritte ausgebaut. Auch die veränderte Kundennutzung und Selbstbedienungstechnik spielten dabei eine Rolle.

Wenn der letzte Bäcker und Fleischer gegangen und auch der Pfarrer nicht mehr da sei, so sei die Volksbank unter anderem auch aus einigen Dörfern verschwunden. "Spezielle Beratungsleistungen können Sie in den ganz kleinen Filialen gar nicht mehr leisten", sagt Keine. Es gebe zwar noch Ein-Mann-Banken, doch über diese Standorte werde diskutiert.


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Kommentare
Eine wichtige Größe sind Migranten. Deren Versorgung und Beratung sei ein klares Ziel, erklärt Marion Schütte vom Vertriebsmanagement. Soweit möglich, werde versucht, Mitarbeiter mit Zuwanderungsgeschichte in betreffenden Gebieten einzusetzen. "Bei der Einstellung von Auszubildenden wird in Zukunft verstärkt darauf geachtet", so Winfried Kurte (Personalleitung). Im Klartext: Eine Bank für Russen von Russen. Jetzt weiß ich auch warum der Auszubildende in meiner Filiale kein richtiges Deutsch spricht. Die Enkelkinder der Menschen,von denen die Sparkasse Jahrzehnte profitiert hat, können sich ja dann in den Callcentern der Onlinebanken bewerben. Na dann Tschüss.

Sparda + Voba sind GENOSSENschaftsbanken. DIR gehört ein Teil der Bank und die anderen Genossen wohnen quasi "nebenan". Es wird also regional gedacht und Gewinn gemacht. Und nicht von irgendwelchen skrupellosen Yuppies in London, NY, Dubai oder Shanghai. Die verzocken im Zweifel DEINE Kohle an einem Ort der Welt, den Du nicht einmal kennst, geschweige jem. sehen wirst.

@Fr. Basske: Warum sollte die Sparkasse was ändern? Der Kunde scheint ja zu bleiben und solange die Kunden nicht weglaufen, wird ein gewinnorientiertes Unternehmen nichts verändern, da es, wie Sie richtig angemerkt haben, Geld kostet. Nur warum bleibt der Kunde bei einem unsicheren Unternehmen? Der Bequemlichkeit wegen?

Online-Banking ist an sich eine schöne Sache, wenn... ja, wenn es nicht so unsicher wäre. Gerade die Sparkassen in OWL setzen immer noch auf das sehr unsicher PIN/TAN-Verfahren und bieten kein (relativ) sicheres HBCI an. Ich würde gerne die paar Euro für ein entsprechendes Zusatzgerät ausgeben. Warum scheuen sich die Sparkassen davor? Rrrrrichtich! Weil es Geld kostet! Wenn Konten durch Phishing, Trojaner oder man-in-the-middle-Techniken geräumt werden, dann hat erst mal der Kunde das Problem an der Backe. Warum also für Sicherheit Geld ausgeben?

Oha, ein Foto mit "Paderborner Sparkassen-Kunden" in der Beschreibung ziegt das Homebanking der Sparkasse Bielefeld, schluderig!



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