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17.07.2009
Die Sprache der Technik
Scriptor Dokumentations Service GmbH schreibt Geräte- und Systemhandbücher
VON ANN-KRISTIN LOCHMANN

Vielfältiges Angebot | FOTO: ANDREAS ZOBE

Bielefeld. Mit Weidmüller, Wincor Nixdorf und Dürkopp Adler als Kunden hat die Scriptor Dokumentations Servive GmbH große Firmen aus OWL an der Angel. Aber auch viele kleinere Unternehmen aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden wissen die Tätigkeit des Dienstleisters zu schätzen. Die Firma schreibt für die Produkte ihrer Kunden Bedienungsanleitungen oder Handbücher - und nimmt ihnen damit eine große Sorge ab.

"Wenn Kunden zu uns kommen, haben sie ein Produkt entwickelt, das nach dem Produkthaftungs- und Sicherungsgesetz rechtliche Auflagen erfüllen muss. Es braucht eine Bedienungsleitung oder ein Handbuch", erklärt Heike Hettwer, Geschäftsführerin der Scriptor Dokumentations Service GmbH. "Wir wissen, worauf es ankommt, und können dem Kunden so bei seiner schwierigen Aufgabe helfen."

Anleitungen in 40 Sprachen

Das 12-köpfige Scriptor-Team erstellt die Bedienungsanleitungen und Handbücher für Medizin- und Elektrotechnik und Maschinenbau. Das Angebot reicht dabei vom Schreiben über die Gestaltung bis hin zur Übersetzung der Anleitungen und Handbücher in rund 40 verschiedene Sprachen.

Vor der Ausgründung 1990 war das Unternehmen eine Abteilung der Bertelsmann AG. "Als wir gemerkt haben, dass die Branche Zukunft hat, haben wir die Einheit samt aller Arbeitnehmer in die Selbstständigkeit übernommen", erinnert sich Hettwer.

Bis zu drei Monate Erstellungsdauer

Das Fertigstellen eines Handbuchs oder einer Betriebsanleitung kostet Zeit. Zwischen sechs Wochen und drei Monaten braucht das fünfköpfige Team - je nach Größe des Produkts. "Der Supervisor überwacht dabei das Projekt, der technische Redakteur schreibt das Handbuch, der Korrektor kontrolliert es und der Setzer und der Gestalter kümmern sich um die Aufmachung des Ganzen", beschreibt Heike Hettwer den Arbeitsvorgang.

Erstellt werden die Bedienungsanleitungen und Handbücher meist zunächst auf Englisch. "Auch in Deutschland ansässige Firmen gehen oft zuerst mit der englischen Version eines Produktes auf den Markt. Wenn das Produkt dann in Deutschland auf den Markt kommt wird die englische Version von uns ins Deutsche übersetzt", weiß Heike Hettwer.

Kenntnis der Technik wichtig

Wichtig ist der 47-Jährigen vor allem der Kundenkontakt. "Bevor wir mit der Arbeit beginnen, fahren wir zu dem Unternehmen, das uns beauftragt hat. Dort werden wir dann mit der Handhabung des Produkts vertraut gemacht, um es vor der eigentlichen Arbeit richtig kennenzulernen." Teilweise wird die Arbeit dann auch vor Ort erledigt. "So kann man gleich prüfen, ob alles richtig ist."

Der Beruf des technischen Redakteurs ist für die Betriebswirtin eine Herausforderung. "Man muss Informationen filtern können, um nur das Notwendige in verständlicher Weise aufzuschreiben", sagt die gebürtige Berlinerin. "Aber um den Beruf richtig ausüben zu können, ist eines besonders wichtig. Man muss aufgeschlossen und neugierig sein und Spaß daran haben, neue Dinge zu erarbeiten."

Im Alltag finden die Angestellten der Scriptor Dokumentations Service GmbH die Produkte, für die sie Anleitungen und Handbücher herstellen, nur selten wieder. "Wir arbeiten nur für Unternehmen, die ihre Produkte an ein anderes Unternehmen verkaufen, das dann erst daraus ein Endprodukt herstellt", erklärt Heike Hettwer. "Deshalb sind die Produkte im Ergebnis häufig nicht mehr zu sehen." Dieser Aspekt macht die Arbeit ihrer Meinung nach aber besonders interessant. "Wir sehen tagtäglich, wie viele neue innovative Produkte entwickelt werden. Das bekommt man sonst nicht wirklich mit. Aber besonders freut mich, dass wir so viele regionale Unternehmen haben, die gute Ideen haben und daraus entstehende Produkte auf den Markt bringen können."


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