Hartmut Ostrowski hat ja Recht. Manchmal geht sie einem auf den Zeiger, die digitale Welt mit ihrer Allüberallerreichbarkeit. Ostrowski sagt, er wünsche sich dann manchmal die alten Zeiten zurück. Die Zeiten als Informationen noch ausschließlich gedruckt oder per Radio und TV verbreitet wurden und telefonische Erreichbarkeit nur so weit ging, wie die Schnur des Apparates reichte.
Auf die Informationsfülle des Netzes will heute zwar niemand mehr - auch Ostrowski nicht - verzichten, trotzdem braucht es Entscheider in der Wirtschaft, die neben möglichen Renditen auch Risiken wahrnehmen, wenn sich Sozialkontakte und Leben nur noch digital abspielen. Ostrowski, als Bertelsmann-Lenker Mitglied der deutschen Manager-Elite, verteidigte am Montagabend zwar brav die Konzern-Anstrengungen, um mit dem Internet Geld zu verdienen, doch er outete sich auch als Web-Abstinenzler, zumindest an Wochenenden. Und das ist gut so.
Im Gegensatz zu Diskussionpartnernin Borchert, die sich durch dauerhaftes Twitterfacebookbloggen die Karriere-Leiter hinaufkommunizierte, empfahl Ostrowski genauso wie TV-Mann Hallet bewusste Offline-Stunden. Ein bedenkenswerter Ansatz. Wer sich stundenweise von Computer und Smartphone abkoppelt, gewinnt Zeit für reale Gespräche, erkennt, dass die Farben der Natur eben doch schöner sind als in den Grafiken von Onlinespielen, fühlt den Zauber von Büchern und hat vielleicht Spaß bei Körper-Ertüchtigung, die über das Tippen auf einer Tastatur hinausgeht.









