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08.12.2009
Saudischer König fliegt auf Bielefelder Tischwäsche
Strunkmann & Meister stattet Privatjets des Herrschers aus
VON STEFAN SCHELP

Fühlt sich gut an | FOTO: WOLFGANG RUDOLF

Bielefeld. Wenn der saudische König es sich schmecken lässt, über den Wolken, in seinem Privatjet, dann wird die Mahlzeit erst dank Strunkmann & Meister richtig edel. Der Bielefelder Hersteller und Händler edler leinener Tischwäsche hat für den traumhaft reichen Monarchen Tischtücher, Platzdecken und Servietten geliefert.

Für die Bielefelder war es ein Auftrag wie aus tausendundeiner Nacht. Denn obwohl der König "nur" zwei Privatjets besitzt, hat er in Bielefeld üppig bestellt. 960 Servietten, 500 Platzdeckchen und 300 Tischdecken umfasste der Auftrag. "Für die Saudis muss es eben üppig sein", sagt Axel Strunkmann-Meister und man merkt ihm an, dass er nicht böse ist über diesen arabischen Wesenszug.

Üppig war der Auftrag nicht nur durch die Zahl, sondern auch dank des Formats. Natürlich hatten Servietten (58x58 cm) und Platzdecken (60x75cm) Übergröße. Geschmückt sind sie mit der Renaissance-Ornamentik, einem von vier eingewebten Mustern, die Strunkmann-Meister sich hat patentieren lassen. Und selbstverständlich tragen die Stücke das Monogramm "SM" des Bielefelder Unternehmens und die typische Bielefelder Würfelkante.

Langes Warten auf den Auftrag

Den ersten Kontakt mit dem Auftraggeber knüpfte Strunkmann-Meister im Sommer 2008 über einen Hamburger Importeur. Auf das Frohlocken der Bielefelder folgte dann allerdings das lange Warten. "Monatelang passierte gar nichts", berichtet Geschäftsführerin Marigret Strunkmann-Meister. Im November meldete sich ein Kontaktmann aus dem Irak, der beteuerte, die Araber hätten noch immer Interesse.

Noch einmal zwei Monate später, im frostklirrenden Januar, kam eine Unterhändlerin aus Jeddah in Saudi-Arabien in die Bielefelder Obernstraße. Geschlottert vor Kälte habe die Frau – und ausdauernd verhandelt. "Im Mai kam schließlich der Auftrag", erzählt Axel Strunkmann-Meister. Vier Monate lang haben die Bielefelder mit ihren 15 Mitarbeitern das irische Leinen zur edlen Tischwäsche weiterverarbeitet. 100.000 Euro haben die Saudis für die Bielefelder Handarbeit bezahlt.

Für die Strunkmann-Meisters ist das – angesichts eines Jahresumsatzes von rund einer Million Euro – ein veritabler Großauftrag. Dass König Abdallah zufrieden war mit der Lieferung, steht für Strunkmann-Meister außer Frage. "Sonst hätte ich was gehört." Hat er aber nicht. Weil der Saudi genießt – und schweigt.


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