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09.02.2010
Möbelzulieferer optimistisch
Hohe Erwartungen an Messe ZOW in Bad Salzuflen
VON HARTMUT BRAUN

Heller als Halogenstrahler | FOTO: GERALD DUNKEL

Bad Salzuflen. Sie bringen sensationell helles LED-Licht in Schränke und Regale. Sie sorgen dafür, dass Möbeloberflächen farbiger, leichter und "fühlbarer" werden. Ihre Verbinder und Beschläge machen Schränke stabiler und das Öffnen und Schließen von Auszügen zum leichten Spiel. Den Möbelzulieferern gehen die Ideen nicht aus. Ostwestfalen sind vorn dabei.

Bis zum Donnerstag treffen sich auf der Fachmesse ZOW in Bad Salzuflen mehrere tausend Mitarbeiter von 663 Ausstellern mit - erwarteten - 16.000 Besuchern. Nationaler und zu einem guten Drittel internationaler Andrang machen die Ideenplattform in Europas wichtigster Möbelregion zur besucherstärksten Fachmesse in OWL. Veranstalter Peter H. Meyer nennt seine ZOW dennoch bescheiden eine "Serviceveranstaltung für die heimische Wirtschaft".

Tatsächlich haben ein Viertel der Aussteller ihren Sitz in Ostwestfalen. Sie empfinden es als angenehmen Nebeneffekt, wenn sie in Bad Salzuflen Kontakte zu russischen, indischen oder australischen Kunden anbahnen.
Die Großen wollen ihre internationale Geschäfte dagegen lieber auf der Kölner Interzum tätigen und sich auf der ZOW auf OWL-Kunden wie Günter Scheipermeier (Nobilia-Küchen) oder Jochen Finkemeier (Häcker-Küchen) konzentrieren, die gestern zu den prominentesten Besuchern zählten.

Neue Möglichkeiten des Digitaldrucks

"Ich bin frohgemut, dass wir wirtschaftlich durchs Tal durch sind. Aber so richtig Dampf nach vorn haben wir noch nicht drauf", fasst ZOW-Meyer seine Gespräche mit Branchengrößen zusammen. Tatsächlich hat für viele Aussteller von Westag & Getalit (Rheda-Wiedenbrück) über Neelsen-Holzbearbeitung (Bünde) bis Halemeier-Leuchten (Melle) das neue Jahr besser begonnen als das letzte.
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Das wird jedoch mehr auf neue Produkte als auf eine sich belebende Konjunktur zurückgeführt. "Mit Standardprodukten kann man in dieser Branche das Niveau nicht halten", sagt Jürgen Schnittke (Kunststofftechnik Nehl, Bünde), der mehrere neue patentierte unsichtbare Verbinder für Regale und Leichtbausysteme zeigt.

Als Messetrend 2010 zeichnet sich eine Hinwendung zu Glas als Möbelwerkstoff ab - bedruckt, gefärbt und vielfach strukturiert. Aussteller wie Niemann (Pr. Oldendorf) zeigen die neuen Möglichkeiten des Digitaldrucks, der das direkte Auftragen unzähliger Motive auf Platten ermöglicht. Einen neuen Werkstoff stellt der Herforder Unternehmer Henrik Otto vor: Aus Polykarbonaten entstehen durch Einfärben und Beschichten kratzfeste, aber leicht zu schneidende und zu bohrende glänzende Platten für Küche und Bad.

Survey freut sich über die Türkei

  • Der international agierende ZOW-Veranstalter Survey (Bielefeld) hat 2009 auf dem umkämpften und von der Wirtschaftskrise hart getroffenen Messemarkt Federn lassen müssen. Survey-Chef Peter H. Meyer spricht von Umsatzeinbußen um ein Drittel auf 17 Millionen Euro, die in diesem Jahr etwa zur Hälfte wieder aufgeholt werden könnten.
  • Erstmals hat die lange erfolgsverwöhnte Survey GmbH 2009 eine Messe absagen müssen – die ZOW in Spanien. Sie soll jetzt in abgespeckter Form in Madrid neu aufgebaut werden. In diesem Jahr folgt eine weitere Absage: Nach derzeitigem Stand wird die ZOW in Schanghai 2010 nicht stattfinden.
  • Ausgesprochen zufrieden ist die Survey dagegen mit ihren Türkei-Aktivitäten. Im September wird parallel zur ZOW im Istanbul Expo Center auch eine Maschinenmesse und eine "Furnitex" stattfinden.
  • Für die ZOW-Präsenz in Italien, wo Survey sich von dem Partner in Pordenone trennte und einen Standortwechsel nach Verona vornahm (13. bis 16. Oktober), gibt es neue Überlegungen: Sie gehen in Richtung Abstimmung mit den Machern der Baumesse MADE Mailand, die in den Oktober verlegt wird. Meyer: "Drei ähnliche Messen in einem Monat – das ist nun wirklich zu viel."



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