Berlin. Verzichten will kaum jemand, wohl aber aufs Geld schauen. Deshalb hoffen die Reiseveranstalter auf eine stabile Reisesaison. Der Trend der Branche zeigt deutlich aufwärts. Gute Nachricht für Verbraucher: Die Rabattwelle ebbt nicht ab.
Die Deutschen, das hat die letzte Reisesaison bewiesen, sparen nicht am Urlaub. Sie sparen im Urlaub, nicht radikal, aber doch ein bisschen. Ein untrügliches Zeichen ist die starke Nachfrage nach All-Inclusive-Angeboten, in der Krise legten zudem die Billigflieger kräftig zu.
Dass gespart wird, merken auch die Reiseveranstalter, die für die laufende Saison moderat geplant haben. Die Umsätze in 2009 sind allerdings nur um 2,2 Prozent auf 16,7 Milliarden Euro gesunken, bei gleichzeitig stärkerem Rückgang der Reiseteilnehmer – Minus 5,9 Prozent auf 32,5 Millionen Gäste.
Für 2010 sieht die Branche eine stabile Nachfrageentwicklung. Der Präsident des Deutsches Reiseverbandes (DRV), Klaus Laepple: "Ich gehe davon aus, dass die Zahl der Reisen in diesem Jahr mehr oder minder konstant bleiben wird." Die Veranstalter hätten, so Laepple , viel getan, um das Reisen attraktiv zu machen, vor allem haben sie die Preise um bis zu acht Prozent gesenkt. Um den eben diesen hart umkämpften Urlaub geht es ab heute auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin, an der sich mehr als 11.000 Aussteller aus über 180 Ländern beteiligen und den gut 180.000 Besuchern ihr buntes Urlaubsprogramm präsentieren.
Mitten drin im Getümmel der Urlaubswelt, wo es verlockend nach feinen Gewürzen duftet und laute Klangwolken durch die Messehallen wabern, sind auch die heimischen Tourismusanbieter des Teutoburger-Wald-Tourismus vertreten, vereint unter dem Dach von NRW Tourismus. Die Urlaubsregion mit dem Schwerpunkt Gesundheits- und Aktivtourismus präsentiert auf der ITB den "Teuto-Navigator", ein deutschlandweites Referenzprojekt für die Freuzeitplanung und Mittelpunkt der TeutoVitalWanderWelt.
"Die ITB Berlin bietet eine ideale Plattform für den intensiven Dialog mit internationalen Fachbesuchern", so NRW-Tourismus-Geschäftsführerin Ute Dallmeier. Neben den zwölf nordrhein-westfälischen Region sind auch zahlreiche Städte des Landes in Berlin präsent, darunter auch Bielefeld.
Deutschland und seine touristische Gebiete stehen in der Gunst der Urlauber auch 2010 sehr weit oben. Urlaub in Deutschland zu machen gilt als schick. Die in vielen Region sehr stark gewachsene Angebotsqualität, die schnelle Erreichbarkeit und das Gefühl, in einem sehr sicheren Urlaubsland unterwegs zu sein, machen "Urlaub in der Heimat" zunehmend attraktiver und so erwartet die Branche, dass die Strände an Nord- und Ostsee und die Aktiv-Urlaubsregion wieder bestens gebucht werden, so wie im vergangenen Jahr. Manche Experten erwarten sogar zu ganz bestimmten Zeiten Kapazitätsengpässe.
Der Drang der Reisenden in die Ferne hält an, aber auch die Lust, im Land zu bleiben, wird weiter wachsen. "Das Sommergeschäft hat sich in den letzten Wochen spürbar erholt", so Volker Böttcher, Vorstandsvorsitzender der TUI Deutschland. Die Talsohle scheint durchschritten". Die Deutschen, so Böttcher, bleiben auch im neuen Jahrzehnt Reiseweltmeister.
Bei allen Reiseformen erweist sich die Pauschalreise als beliebteste Urlaubsvariante. Eben durch die strengere Budgetierung beim Reisen gewinnen günstige und All-Inclusive-Anbieter wie Türkei (ITB-Partnerland) und andere Ziele im Mittelmeerraum 2010 die Oberhand. "Die Urlauber wollen Budget-Sicherheit und Komfort", so Böttcher.
Neben der starken Nachfrage nach hochwertigen Hotels sieht Böttcher auch die Fernreise im Aufwind, "der Fernreise gehört gehört die Zukunft". Die Reisenden seien reiseerfahrener und der Wunsch der Urlauber nach besonderen Erlebnissen sind zusammen die treibende Motivation für mehr Fernreisen.