Bad Salzuflen/Berlin. Die Hotelzimmerpreise sind im vergangenen Jahr noch stärker unter Druck geraten, als die Hotelkette Maritim (Bad Salzuflen) das befürchtet hat. Der Zimmerpreis sei von 83,05 Euro auf 77,42 Euro gesunken, meldete das von Gerd Prochaska geführte Unternehmen gestern am Rande der Tourismusmesse ITB in Berlin. Im Mai 2009 hatte der Geschäftsführer einen Rückgang auf rund 80 Euro prognostiziert.
Ein Grund des Preiseinbruchs dürfte die wegen der Wirtschaftskrise in vielen Firmen verringerte Geschäftsreisetätigkeit sein. Die Kette spürte dies in einem Rückgang der durchschnittlichen Zimmerbelegung von 55,9 auf 53,1 Prozent. Der Umsatz der Hotelkette (ohne Franchisebetriebe) sank um 9,5 Prozent auf 372,7 (Vorjahr 411,7) Millionen Euro. Alle Maritim-Häuser zusammen erzielten 415,8 (462,7) Millionen Euro Umsatz. "Angesichts der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind wir mit dem Ergebnis zufrieden", kommentierte Prochaska die Zahlen.
Das Betriebsergebnis (GOP) sank um 9,3 Prozent auf 122,9 (135,6) Millionen Euro. Die Zahl der Mitarbeiter sank weltweit auf rund 9.000, davon 6.400 in Deutschland, wo die Kette allein 37 Hotels betreibt. 2008 waren es insgesamt noch etwa 9.400 Beschäftigte gewesen: Den Stellenabbau hatte Prochaska zuvor bereits angekündigt.
49 Häuser weltweit
2009 hat Maritim das Stadthotel in Hannover aufgegeben, in der Landeshauptstadt bieten die Bad Salzufler jetzt aber noch das Grand Hotel und ein Flughafenhotel. Außerdem ließ Maritim einen Managementvertrag für ein Hotel auf der Ferieninsel Mallorca auslaufen. Neu ins Portfolio nahm Maritim hingegen das Hotel Esquinzo Beach (389 Zimmer) im Süden der Kanaren-Insel Fuerteventura sowie das 5-Sterne Hotel Jolie Ville (116 Zimmer und 42 Suiten) in der ägyptischen Mittelmeerstadt Alexandria. Damit blieb die Zahl der Maritim-Hotels unverändert bei 49.
Die Eröffnung eines eigenen Hotels in Peking hat sich unterdessen zerschlagen: Das ursprünglich bereits zu den Olympischen Spielen 2008 geplante Haus hatte zuletzt im Herbst 2009 eröffnen sollen. Ebenfalls noch nicht realisiert wurde eine Eröffnung in Schanghai: "Wir arbeiten noch daran", sagte Maritim-Sprecherin Britt Winter.