Bielefeld. Wenn es nach Vanessa Briggs geht, kann der Sommer kommen. Das passende Schuhwerk für die warme Jahreszeit hat die 32-Jährige schon. Weil sie nie das fand, was sie wollte, designte sie sich kurzerhand ihre eigenen luftigen Sommerstiefel und nannte sie "Cumins".
"Ich wollte Stiefel tragen, auch im Sommer", erzählt Briggs. Lederstiefel waren ihr zu warm und so blieben ihre Shoppingtouren erfolglos. Im Sommerurlaub kam ihr dann ein Geistesblitz: "Ideal wären Espandrilles, die typischen Sommerschuhe, nur eben in hoch." Wieder Zuhause, begann die Suche, im Internet und auf der Straße. Doch den Schuh, den sie sich vorstellte, gab es nicht. Also designte sich die freie Grafikdesignerin ihre Traumschuhe selbst und erkundigte sich nach möglichen Herstellerfirmen.
Die Cumins sind wie ihre flachen Verwandten aus Leinen und haben eine Jutesohle. Weil es in Deutschland auch im Sommer regnet, stattete Briggs sie mit einer zusätzlichen Gummisohle aus. Besonderes Kennzeichen der luftigen Treter ist der "geknautschte" Schaft, der den Stiefeln eine gewisse Lässigkeit verleiht. Um Tragekomfort und Alltagstauglichkeit zu testen, engagierte Briggs ihre Freundinnen. Gemeinsam stiefelten sie vergangenen Sommer durch die Innenstadt bis feststand: So können die Cumins bleiben.
Auch Verpackung aus natürlichen Materialien
Weitere Recherchen beim Patentamt folgten, denn Briggs wollte ihre Schuhe nicht nur selbst tragen, sondern sie auch verkaufen. Mittlerweile liess sie sich das Design, den Markennamen und das ebenfalls selbst entworfene Logo schützen.
Wichtig ist der Designerin, dass auch die Verpackung der Schuhe aus natürlichen Materialien besteht. Die Stiefel liegen, mit einem Gummiband zusammengehalten, eingebettet in einer grauen Pappschachtel. "Genau wie die Schuhe ist auch die Verpackung vegan", sagt Briggs, die selbst Vegetarierin ist.
Dieses Jahr will Briggs ihre Cumins an die Frau bringen. Hilfe bekommt sie aus ihrem Freundeskreis. Ein Fotograf, ein Webdesigner und eine Schuhvertreterin unterstützen die Bielefelderin, die in Enger aufwuchs, dabei, die Schuhe ins rechte Licht zu rücken. Demnächst sollen sie über eine eigene Homepage verkauft werden. "Das wäre schon toll, einmal durch die Stadt zu gehen und jemanden mit meinen Schuhen an den Füßen zu sehen", malt sich Briggs aus. Eine Idee für ein zweites Modell hat sie auch schon. "Das wird aber erst umgesetzt, wenn sich die Cumins refinanzieren, ich kann mir ja nicht ständig Schuhe selber designen", sagt sie lachend.