Herford. Die südkoreanische Wirtschaft boomt, in den großen Städten entstehen riesige neue Wohnobjekte. Die Ansprüche an deren Einrichtung sind hoch. Davon profitiert die ostwestfälische Küchenmöbelindustrie.
Bei Eggersmann-Küchen in Hiddenhausen bereitet die Belegschaft sich auf den größten Einzelauftrag der Firmengeschichte vor: Er umfasst die Lieferung von 935 hochwertigen Küchen für drei neue Wohntürme in Busan, der zweitgrößten Stadt des Landes. Parallel dazu soll Eggersmann 235 Luxusküchen für ein Villenviertel in der südkoreanischen Hauptstadt liefern.
"Es geht um ein Volumen von insgesamt fast zehn Millionen Euro", stellt Geschäftsführer Michael Wunram fest, der das Geschäft über einen örtlichen Partner abwickelt. Bis Mitte des nächsten Jahres wird seine 105- köpfige Belegschaft, die zuletzt knapp 20 Millionen Euro Jahresumsatz erreichte, voll ausgelastet sein.
Ein Großauftrag aus Südkorea war auch der Alno AG eine Pressemeldung wert: Der zweitgrößte deutsche Küchenhersteller hat gerade ein 700-Küchen-Geschäft für Wohnobjekte in Seoul abgeschlossen – mit über zwei Millionen Euro Volumen einer der größeren Einzelaufträge dieses Jahres, wie Sprecherin Andrea Wolf sagt: "Asien wird für uns immer interessanter – und Korea als entwickelter, anspruchsvoller Markt mit starker Kaufkraft ganz besonders."
Auch für den Luxusküchenbauer Poggenpohl ist Korea ein wichtiger Markt, wie Sprecher Thomas Oberle bestätigt. Allein im ersten Quartal lieferten die Herforder 1.500 Küchen in den Großraum Seoul, weitere 1.300 sind für die Zeit bis zum Jahresende geordert. In keiner anderen Stadt der Welt werden derzeit so viele Poggenpohl-Küchen aufgestellt.
Als sehr wichtig schätzt auch Häcker-Küchen (Rödinghausen) Südkorea ein. "Seit Jahren ist das für uns ein wichtiger Markt, aus dem wir auch schon mal Objektaufträge für mehr als 3.000 Küchen bekommen", sagt Geschäftsführer Axel Stallmann.
Nach einer Statistik des Verbands der deutschen Küchenmöbelindustrie ist das Land von Samsung, LG und Hyundai inzwischen der siebtwichtigste Exportmarkt – mit steilem Trend nach oben. Das Absatzvolumen des Jahres 2009 (18 Millionen Euro) ist bereits zur Jahresmitte 2010 deutlich überschritten.
Bisher unter "ferner liefen"
Südkorea stand für die ostwestfälischen Unternehmer in der Vergangenheit nicht weit oben auf der Agenda. 150 Unternehmen aus Ostwestfalen unterhalten laut Industrie- und Handelskammer in Bielefeld Handelsbeziehungen mit Südkorea, darunter 30 Prozent mit eigenen Vertretungen und Niederlassungen vor Ort.
Bundesweit steht Südkorea auf der deutschen Rankingliste der Exporte auf Platz 21 und NRW-weit auf Platz 26. Interessant: NRW bestreitet rund 20 Prozent aller deutschen Exporte nach Südkorea.
Die Reihe von lukrativen Aufträgen aus Seoul kam wohl auch für die Nutznießer einigermaßen überraschend: In Ostwestfalen sahen die Unternehmen Südkorea im IHK-Exportbarometer 2010 lediglich im unteren Mittelfeld bei den zu erwartenden Geschäftsentwicklungen.
Bundesweit steht Südkorea auf der deutschen Rankingliste der Exporte auf Platz 21 und NRW-weit auf Platz 26. Interessant: NRW bestreitet rund 20 Prozent aller deutschen Exporte nach Südkorea.
Die Reihe von lukrativen Aufträgen aus Seoul kam wohl auch für die Nutznießer einigermaßen überraschend: In Ostwestfalen sahen die Unternehmen Südkorea im IHK-Exportbarometer 2010 lediglich im unteren Mittelfeld bei den zu erwartenden Geschäftsentwicklungen.






