Bielefeld. Über 750 Menschen sitzen im kleinen Saal der Stadthalle, und niemand wagt es, einen Mucks von sich zu geben. Denn vorne auf der Bühne steht Shi Yan Yan und sammelt seine Konzentration. Gleich wird er sich mit dem Hals auf zwei Speerspitzen stützen. Doch der zart gebaute Chinese will sein Publikum nicht unterhalten. Der Shaolin-Mönch will den Menschen helfen.
Der eine demonstriert, der andere spricht. So klar sind die Rollen zwischen Meister Shi Yan Yan und dem Bewusstseinstrainer und Physiker Gerhard Conzelmann bei der Impulsgeber-Veranstaltung verteilt. "Siegen ohne zu Kämpfen" lautet das Thema des Vortrags. Ziel ist es, die fernöstlichen Weisheiten der Shaolin auf die westlichen Management- und Erfolgsstrategien zu übertragen.
Denn Shaolin Kung Fu, im Westen zumeist als Kampfkunst bekannt, stellt in erster Linie das Konzept der Mönche zur Lebensführung dar: "Steuerung des Geistes und Beherrschung des Körpers durch den Geist." Bereits seit 1988 lässt sich Conzelmann, Präsident des International Shaolin Institute in Wiesbaden, im chinesischen Shao Lin-Kloster ausbilden. Er weiß: "Du kannst mit Denken alles erreichen. Einzige Voraussetzung: es muss innerhalb deiner natürlichen Fähigkeiten liegen."
In einem erfrischend bodenständigen und humorvollen Vortrag führte der Physiker sein Publikum durch die Bewusstseinswelt der Shaolin und verlor dabei auch nicht den Bezug zur westlichen Realität: "Mir ist klar, dass sich das beschauliche Leben hinter chinesischen Klostermauern nicht mit einem deutschen Alltag und seinen Herausforderungen wie Beruf oder Familie vergleichen lässt." Dennoch ist sich Conzelmann sicher: "Das Bewusstsein, mit dem ich etwas tue, ist am wichtigsten für meinen Erfolg."
Weitere Impulsgeber in Bielefeld
- 2. September: Markus Hofmann, "Ihr Gedächtnis - das 8. Weltwunder"
- 23. September: Jens Weidner, "Die Peperoni-Strategie"
- 7. Oktober: Ewald Wessling, "Revolution 2.0 - Wie Computer und Internet uns verändern"
- 11. November: Alexander Groth, "Führungsstark in allen Richtungen"
- 9. Dezember: Ingrid Amon, "Die Macht der Stimme"
Weitere Informationen
Seine Ausführungen untermauerte der Wissenschaftler mit den Darbietungen Shi Yan Yans: "Er zweifelt nicht. Er weiß: Er schafft es. Und das kann er nicht üben. Sonst hat er den Speer im Hals." Angst, Zweifel, Sorgen, negative Emotionen wie Neid oder Eifersucht sind negative Energien, die uns in den Augen der Shaolin die Kraft rauben.
80 Prozent unserer täglichen Gedanken, so Conzelmann, seien negativ und damit energieraubend besetzt. "Wir müssen lernen, loszulassen. Denn wer es schafft, sein Energiefeld stark zu machen, der wird seine Umgebung positiv beeinflussen."