Bad Driburg/Braunau. Doppelte Schwierigkeiten für den wirtschaftlich angeschlagenen Bad Driburger Glasproduzenten Walther-Glas: Zuerst ging gestern Morgen bei der Paderborner Staatsanwaltschaft eine anonyme Anzeige wegen angeblicher Insolvenzverschleppung ein. Fast zeitgleich traf das Unternehmen dann eine Unglücksmeldung von der Produktionsstätte im österreichischen Braunau. Die große Glaswanne war gebrochen und ein Großteil des 1.500 Grad heißen flüssigen Glases ausgelaufen. Die Produktion in Braunau steht derzeit still.
Das Unglück und der Vorwurf der Insolvenzverschleppung treffen die Firma nach Auskunft von Geschäftsführer Volker Walther zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Nach einer monatelangen krisenbedingten Durststrecke mit Nachfrageeinbruch, Kurzarbeit und verspäteter Lohnzahlung hatte die Unternehmensführung im Juni steigende Auftragseingänge gemeldet. Die derzeit stillgelegte zweite Glaswanne in Bad Driburg (Kreis Höxter) soll im August wieder angefeuert werden. Die Kosten dafür belaufen sich auf 1,5 Millionen Euro.
Jetzt die anonymen, mit Detailkenntnissen unterlegten Vorwürfe, die Volker Walther in aller Form zurückweist. Die gesplittete, unregelmäßige Lohnzahlung sei eng in Abstimmung mit dem Betriebsrat erfolgt. Auf einzelne Aspekte der 13 Punkte umfassenden Anzeigenbegründung, die dieser Zeitung vorliegt, wollte er nicht eingehen. "Wir hoffen, dass die Staatsanwaltschaft ihre Untersuchungen schnell abschließt und die Vorwürfe als unbegründet zurückweist", so Walther, der eine Strafanzeige wegen Kreditgefährdung prüft.








