Nürnberg/Bielefeld (dpa/nw). Trotz leichter Sommerflaute gewinnt der Arbeitsmarktaufschwung weiter an Tempo. Zwar sei die Zahl der Erwerbslosen im Juli saisonbedingt um 39.000 auf 3,19 Millionen gestiegen. Das waren aber 271.000 Erwerbslose weniger als vor einem Jahr. Ohne Saisoneffekte wäre die Arbeitslosigkeit im Juli sogar um 20.000 zurückgegangen, berichtete die Bundesagentur für Arbeit (BA).
Zugleich rutschte die Zahl der Jobsuchenden auf den niedrigsten Juli-Stand seit 18 Jahren. Die Arbeitslosenquote nahm im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Punkte auf 7,6 Prozent zu. Vor einem Jahr hatte sie aber noch bei 8,2 Prozent gelegen. In OWL stieg die Quote um 0,1 Prozentpunkte auf 7,5 Prozent, im Vorjahr waren es 8,2.
BA-Chef Frank-Jürgen Weise sah die Entwicklung dennoch zwiespältig. Zwar habe sich angesichts des Erholungskurses der Wirtschaft die Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter entspannt. Nach früher angelegten Maßstäben könnte man gar von einer Trendwende sprechen. "Aber das Muster der aktuellen Krise passt nicht mehr zu den früheren Modellen", sagte Weise.
Auch wegen der vielen volkswirtschaftlichen Risiken bleibe er skeptisch. "Wir spüren, dass die Krise noch immer wirkt." Zur Begründung verwies Weise auf die auslaufenden Konjunkturprogramme, den "angeschlagenen Bankensektor" und die schlechte Bonität einiger europäischer Länder. Zudem seien immer noch viele Beschäftigte in Kurzarbeit. Auch die Schuldenbremse der Bundesregierung könnte den Arbeitsmarkt belasten. "Als Folge erwarten wir einen Abbau von Personal im öffentlichen Sektor."
An Bedeutung verliert die Kurzarbeit. Im Mai hatten 481.000 Beschäftigte Kurzarbeitergeld bezogen - rund 110.000 weniger als im April. Zugleich stieg die Zahl der Vollzeitstellen erstmals seit dem Ausbruch der Finanzkrise wieder: Im Juli lag sie um 20.000 über dem entsprechenden Vorjahresniveau.











