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17.09.2010
Alle feiern Bertelsmann
Jubilar fördert Talente: Medienkonzern gründet Journalisten-Akademie
VON THORSTEN GÖDECKER

Prominenz in der ersten Reihe | FOTO: BERTELSMANN

Berlin/Gütersloh. Der Jubilar schenkt Pressefreiheit. Bertelsmann gründet eine Internationale Akademie für Journalismus. Vor knapp 1.100 geladenen Gästen im Schauspielhaus am Berliner Gendarmenmarkt übernahm EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso die Schirmherrschaft für die "International Academy of Journalism".

Bertelsmann hatte nach Berlin geladen, um zu feiern, dass Carl Bertelsmann vor 175 Jahren im Gütersloher Kirchplatz ein heute einzigartiges Unternehmen gegründet hatte.

Bundeskanzlerin Angela Merkel kam verspätet aus Brüssel um zu gratulieren. Sie würdigte Bertelsmann auch dafür, dass das Haus sich offen der eigenen Geschichte gestellt habe und die Zeit des Nationalsozialismus aufgearbeitet habe. Reinhard Mohn sei die prägende Gestalt gewesen. "Er prägte den Konzern wie kein anderer". Der größte Umbruch der Medienlandschaft seit der Erfindung des Buchdrucks mache Medienkompetenz immer wichtiger, um keine Teilung zwischen Info-Elite und Modernisierungsverlierern entstehen zu lassen, sagte Merkel. Sie appellierte an die Verantwortung des Medienkonzerns und zitierte Reinhard Mohn: "Ethische Kriterien konnten sich immer gegen ökonomische Ziele durchsetzen."

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In der Dramaturgie des Abends stellte sich der Konzern prompt dieser Aufforderung und kündigte die Gründung der Journalisten-Akademie an. "Wir wollen nicht nur zeigen, wie elementar wichtig Pressefreiheit ist, sondern auch, dass gut ausgebildeten, global vernetzten Journalisten mit hohem Qualitätsanspruch die Zukunft gehört", sagte Vorstandschef Hartmut Ostrowski. Die Akademie soll ausgewählten Journalisten weltweit das Handwerkszeug für die digitale Zukunft des Journalismus vermitteln.

Doch Bertelsmann wäre nicht das "Unternehmen der Unternehmer" (Hartmut Ostrowski), wenn vor dem Festakt nicht gearbeitet worden wäre. Rund 600 der Gäste waren Bertelsmann-Manager, die bereits am Donnerstag in die deutsche Hauptstadt geeilt waren, um gemeinsam zu tagen. Ostrowski benannte mit der Eigentümerfamilie, die mit Reinhard Mohn einen "Unternehmer des Jahrhunderts" hervorgebracht habe, einen Erfolgsfaktor. Sie ermögliche es, dass langfristig gewirtschaftet werden könne, und nicht kurzfristige Quartalsgewinne im Vordergrund stünden. Bertelsmann-Matriachin Liz Mohn unterstrich, dass sie in fünfter Generation die soziale und gesellschaftliche Verantwortung repräsentiere. "Denn Bertelsmann und seine Mitarbeiter sind unser Leben."

RTL-Anchorman Peter Klöppel führte durch die Zukunftsgeschichte, die Bertelsmann fortschreiben will. Er charakterisierte seinen Arbeitgeber als "Haus der Supertalente". Ostrowski überreichte Liz Mohn das erste Exemplar der Anthologie "175 Jahre Bertelsmann - Eine Zukunftsgeschichte", mit der die inhaltliche Aufarbeitung der Unternehmensgeschichte weitergeschrieben werde.


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