Sonnabend, 26.05.2012
Homepage-Ticker | RSS | Twitter | Impressum | Kontakt | AGB | Mediadaten


Schrift

25.01.2011
Vorstand krempelt Arvato um
Buch setzt auf Lösungen / Betriebsrat stimmt Neuausrichtung uneingeschränkt zu

Gibt den Takt vor | FOTO: RAIMUND VORNBÄUMEN

Gütersloh (tcg). Der Arvato-Vorstand schrumpft von sechs auf fünf Mitglieder, und Arvato Print, Arvato Digital Services und Arvato Services verschwinden aus dem Organigramm der Bertelsmann-Tochter. Sie werden auf 23 "strategische Markteinheiten" verteilt. Rolf Buch krempelt seinen Laden vo Gütersloh aus unter der Überschrift "Vom Produkt zur Lösung" um - ein Ziel, das er verfolgt, seit er 2008 den Arvato-Chefsessel erklomm.

Vorstandskollege Eckhard Südmersen wollte ihm dabei nicht folgen und verließ das Unternehmen (wir berichteten). Der Betriebsratsvorsitzende von Arvato Services in Gütersloh, Thomas Scheel, schließt aus, dass Südmersen gehen musste, weil seine Zahlen nicht den Erwartungen entsprachen. "Es ging um die neue strategische Ausrichtung." Und die hält Scheel für zukunftsweisend: "Der Betriebsrat hat den Vorstand wiederholt darauf hingewiesen, dass die Arvato-Vertriebler bei Kunden oft auf Kollegen treffen. Nicht selten ziehen die acht Arvato-Visitenkarten, wenn man ihnen ein Angebot unterbreitet."

Diese Strukturen will Buch mit der Umorganisation des Unternehmens mit weltweit mehr als 60.000 Beschäftigten tilgen. Um parallel laufende Aktivitäten zu vermeiden, werden Gruppen von Firmen, die sich bislang um vergleichbare Kunden und Märkte kümmern, zu den 23 strategischen Markteinheiten zusammengeschlossen. Wie das Konzept "Vom Produkt zur Lösung" funktioniert, habe Buch bei Arvato Systems, dem IT-Dienstleister, gezeigt, erklärt ein Mitarbeiter. Hier arbeite man schon lange nach der neuen Organisationsstruktur, die sich an den Bedürfnissen der Kunden orientiere.

Vorstandsmitglieder teilen Zuständigkeiten auf

Die Umgestaltung von Arvato ist auch deshalb von Bedeutung, weil Insider bei der Bertelsmann-Tochter die größten Zukunftsmärkte des Gesamtkonzerns sehen. Bertelsmann-Chef Hartmut Ostrowski wird nicht müde zu betonen, welche Chancen in der zunehmenden Digitalisierung ganzer Wertschöpfungsketten lägen.

In der neuen Organisationsform sind die Markteinheiten einem Vorstandsmitglied zugeordnet. Rolf Buch übernimmt die Verantwortung für Arvato Systems, für die Druckgeschäfte in den USA, für die Dienstleistungsaktivitäten in Großbritannien, Irland, China, Indien und Osteuropa, für InmediaONE, für die Infoscore-Gruppe sowie die Bereiche Arvato Customer Services und Healthcare.

Hans-Peter Hülskötter verantwortet die Markteinheiten, die im Schwerpunkt IT Hightech und Entertainment-Industrien arbeiten. Hervé Milcent führt die Arvato-Geschäfte in Frankreich, Italien, auf iberischen Halbinsel sowie in Nordafrika und Südamerika. Markus Schmedtmann verantwortet in Zentraleuropa Markteinheiten, die verstärkt den Handel und Versandhandel, Konsumgüter sowie Verlage bedienen.

Betriebsrat auf einer Linie mit Buch

Für die rund 9.400 Mitarbeiter im Großraum Gütersloh werde sich kaum etwas ändern, verspricht Buch. "Die Veränderungen finden vor allem auf der Ebene des Top-Managements statt." Diese Ansicht teilt auch der Betriebsrat Scheel. Er widerspricht Gerüchten, Buch wolle mit der Neuordnung auch die Mitbestimmung schwächen. "Das ist völlig abwegig."

Mehr zum Thema in nw-news.de

Schrift

Kommentare
Nach der Umstrukturierung gibt es (wie das Wort schon sagt) neue Strukturen, damit verbunden auch andere Zugehörigkeiten zu den einzelnen Firmen. Das führt zwangsläufig dazu, dass es neue Betriebsratswahlen geben wird. Bis dahin bleibt der "Alte" Br im Amt.
Ob die neue Struktur mehr bringt, wird sich zeigen. Mich hat sowieso immer gewundert, dass jemand der von Lidl kommt, was für Mitarbeiter übrig hat. Auch bei Bertelsmann ist erkennbar, dass immer mehr Wert auf Money - make Money - make more Money ... gelegt wird. Wahrscheinlich werden demnächst Schuhputzkollonen zum OWL-SX-Tarif angestellt (etwas mehr als 1 EUR-Jobber), damit man ja dicht am Kunden dran ist, denn Arvato möchte ja auch jedes erdenkliche Geschäft mitnehmen.

ist denn da jetzt was dran dass der betriebsrat aufgelöst wird?

Was die ganzen Umstrukturierungen und Namensänderungen angeht gebe ich dir absolut recht. Da blickt man selbst als Mitarbeiter nicht mehr durch. Wenn ich mit Kollegen andere Arvato Firmen zu tun habe weiß ich oft gar nicht wozu die nun gehören! Services, Digital Services, Distribution, oder war das doch irgendwo alles das selbe!? Wobei es auch nicht sein kann das Arvato Firmen teilweise sogar innerhalb einer Firma untereinander konkurrieren. Dezentralität schön und gut aber bei ner Ausschreibung gegen X andere Arvato Firmen anzutreten ist doch ein wenig zu viel des Guten.

@hmm...
du bist aber wahrscheinlich auch keiner der vielen hundert leute, die mit knapp 1000 Euro netto über die runden kommen müssen. frag doch mal die mitarbeiter mit den neueren verträgen.
miete, strom, gas, sprit wird immer teurer, aber die löhne sind im kreis GT in den letzten jahren gesunken. und warum? weil die da oben den hals nicht voll genug kriegen können. es ist doch wirklich keine schande während der weltweiten wirtschaftskrise mal kein wachstum zu haben. diese ganze umstrukturiererei nervt auch irgendwann. alle paar jahre wird alles über den haufen geworfen, neue gmbh's aus dem boden gestampft, und hier was eingegliedert und dort was ausgegliedert sowie ständige namenswechsel. mal bertelsmann sevice, mal reinhard mohn gmbh, mal arvato logsitik services, mal nur arvato services, mal nur noch arvato usw. strategie null! will gar nicht wissen wieviele mio euro bei den ganzen änderungen jedes mal drauf gehen. auch die führungsstruktur innerhalb der einzelnen bereiche sind undurchsichtig. in jeder bude hat der vorgesetzte auch noch mal einen vorgesetzten und der dann auch noch mal einen vorgesetzten. da denkt sich der mitarbeiter "reicht nicht ein vorgesetzter der das sagen hat?"

und was zur hölle soll die vielen unterschiedlichen leihbuden? bekommen die etwa kaum noch personal, so dass gleich mehrere leihbuden abgegrast werden müssen?

@Hmm:
Wenn ich, wie die meisten der von Ihnen benannten 10.000 Mitarbeiter in OWL, nur zwischen 900 und 1.200 Euro für einen Vollzeitjob aufs Konto bekommen würde, würde ich mir auch keinen PC incl. Internet leisten können. Ziehen Sie mal von einem derart minimalen Einkommen die monatlichen Verpflichtungen, wie Miete, Lebensmittel, Versicherungen etc pp, ab. Da bleibt dann für luxuriöse Dinge nichts mehr übrig.



 Seite 1 von 6
weiter >
  >>


WAS MEINEN SIE? SCHREIBEN SIE IHRE MEINUNG



Sicherheitscode:

Bitte geben Sie oben
stehenden Code hier ein*:


*Pflichtfelder





Anzeige
Weitere Nachrichten aus der regionalen Wirtschaft
RÖDINGHAUSEN
Das längste Solarmodul der Welt
Solarenergie gewinnt an Bedeutung, soll die Energiewende forcieren – und wurde nun Ziel einer technologischen Innovation. Einem von der österreichischen Forschung-Förderungsgesellschaft unterstützten Konsortium gelang es jetzt, in Rödinghausen das weltweit längste flexible Solarmodul auf einer Dachbahn zu fertigen. mehr

BIELEFLD
Dr. Oetker übernimmt tunesisches Nahrungsmittelunternehmen
Dr. Oetker steigt in den nordafrikanischen Nährmittelmarkt ein. Der Bielefelder Lebensmittelkonzern habe die Mehrheit an dem tunesischen Nährmittelunternehmen GIAS Ingredients SARL (GmbH) mit der Marke "Vanoise" übernommen, teilte Dr. Oetker am Freitag mit. mehr

BIELEFELD
Begegnungswoche der Bielefelder Industrie- und Handelskammer
Im vergangenen Jahr drehte sich die alljährliche "Internationale Begegnungswoche" der Bielefelder Industrie- und Handelskammer um die ASEAN-Staaten im fernen Osten. Die 11. Auflage der Veranstaltungsreihe vom 18. bis 21. Juni bleibt hingegen in der Nachbarschaft. mehr

BIELEFELD
Große Chancen für Lehrstellensuchende
Jugendliche, die in diesem Jahr noch einen Ausbildungsplatz in Ostwestfalen suchen, sind am 12. Juni zu "Speed-Datings" eingeladen. Interessenten können an sieben Standorten in Ostwestfalen so Unternehmen verschiedener Branchen kennenlernen. mehr



Anzeige

Videos
Wirtschaft
Bankia-Rettung soll Spanien über 23 Milliarden Euro kosten
Madrid - Die Sanierung der angeschlagenen Großbank Bankia soll den spanischen Staat nun eine Rekordsumme von mehr als 23 Milliarden Euro kosten. Das... mehr

Gute Konjunkturdaten stützen den Dax
Frankfurt/Main - Nach guten Konjunkturdaten aus Europa und den USA hat der Dax am Freitag an seine Erholungsbewegung vom Vortag angeknüpft. Der... mehr

Facebook-Aktie verharrt im Keller
New York - Eine Woche nach dem Facebook-Börsengang sitzen die Anleger der ersten Stunde weiterhin auf hohen Verlusten. Im frühen Handel am Freitag... mehr

Konsumklima dank Konjunktur stabil
Nürnberg - Die Verbraucher in Deutschland zeigen sich von der Schuldenkrise unbeeindruckt und schätzen die aktuelle Lage wesentlich optimistischer ein... mehr

Evonik-Eigner kündigen offiziell Börsengang an
Essen - Der Chemiekonzern Evonik wagt trotz der Turbulenzen an den Finanzmärkten den Sprung an die Börse. Die Eigner des Essener Unternehmens haben am... mehr



Anzeigen