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24.03.2011
Random-House-Chef Markus Dohle meldet exzellente Bilanz
Wieder beredtes Schweigen bei Bertelsmann
VON STEFAN SCHELP

Hand drauf | FOTO: RAIMUND VORNBÄUMEN

Gütersloh. Vor der Bilanzpressekonferenz, so ist es Tradition bei Bertelsmann, ist Schweigen angesagt. "Quiet Period – Zeit der Verschwiegenheit" nennen die Gütersloher diese Phase. Nur dass sich in diesem Jahr keiner dran hält. Nach dem Vorstandsvorsitzenden Hartmut Ostrowski, nach Finanzchef Thomas Rabe, nach Arvato-Chef Rolf Buch ist jetzt Markus Dohle am Zug. Er ist in der Bertelsmann-Gruppe Chef der weltgrößten Publikumsverlagsgruppe Random House.

Dohle reiht sich in den Jubelkanon ein. "Sehr zufrieden" sei die Verlagsgruppe mit dem Start ins Jahr 2011, berichtet er, die Bilanz von 2010 sei "exzellent". Signifikant seien Umsatz und Profitabilität gestiegen, sagt er im Interview, das im Bertelsmann-Intranet erschienen ist und der Neuen Westfälischen vorliegt.


Der Buchmarkt sei insgesamt "durchaus stabiler durch die Krise gekommen als die meisten anderen Medienmärkte", sagt Dohle. "Wir rechnen mittelfristig mit insgesamt stabilen bis leicht wachsenden Buchmärkten, die von einem rasant steigenden Anteil digitaler Umsätze geprägt sein werden."

Europa liegt drei bis fünf Jahre zurück

Kräftiges Wachstum prognostiziert Rabe den sogenannten E-Books. Schon 2015 werde das Digitalgeschäft in den USA bis zu 50 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen. Europa liege in dieser Entwicklung rund drei bis fünf Jahre zurück, schätzt Dohle.

Dennoch geht er nicht davon aus, dass das gedruckte Buch ganz vom Markt verschwindet. Ein Drittel seines Geschäfts macht Random House nach Dohles Angaben mit dem bestehenden Katalog von fast 100.000 Büchern. Die anderen zwei Drittel generiert die Verlagsgruppe mit den jährlich rund 100.000 Neuerscheinungen. "Von daher erfinden wir den größten Teil unseres Geschäftes jedes Jahr aufs Neue."

Wachstumsmärkte für Random House erkennt Dohle unter anderem in Lateinamerika, in Indien und weiteren asiatischen Ländern. Im Jahr 2009 hat der Konzern mit rund 5.400 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,7 Milliarden Euro und einen operativen Betriebsgewinn (Ebit) von 137 Millionen Euro erwirtschaftet.

Die Zahlen für 2010 legt Dohle, wie seine Bertelsmann-Vorstandskollegen, in der kommenden Woche, am 29. März vor – wenn das Schweigen auch offiziell beendet ist.


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