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21.09.2011
Bielefelder Maschinenhersteller unter neuen Fittichen
Droop & Rein gehört jetzt zur Schweizer Starragheckert Holding AG
VON MARTIN KRAUSE

Stolz auf Portalmaschinen | FOTO: MARTIN KRAUSE

Bielefeld/Hannover. Droop & Rein ist schon mehrfach totgesagt worden. Bei der Maschinenbaumesse EMO in Hannover tritt der 1890 gegründete Werkzeugmaschinenhersteller aus Bielefeld mit neuem Selbstbewusstsein auf. Im Januar 2011 ist Droop & Rein als Teil des Mönchengladbacher Maschinenbauers Dörries Scharmann von der Schweizer Starragheckert AG übernommen worden. Die neue Firmenehe sei eine "ideale Kombination", freut sich der Bielefelder Werkleiter Ulrich Wiehagen.

Info
Wiederholt in Turbulenzen

  • Droop & Rein hat mehrfach heftige Turbulenzen erlebt: 1993 war das Bielefelder Unternehmen erst kurz vor dem Konkurs von der Bremer Vulkanwerft gekauft worden.
  • Im Vulkan-Konzern verlor Droop & Rein seine Eigenständigkeit und wurde bei Dörries Scharmann eingegliedert.
  • 1996 schlitterte die Vulkan-Gruppe selbst in die Pleite. Dörries Scharmann kam mit Droop & Rein 1998 unter dem Namen DS Technologie unter die Fittiche der Deutschen Beteiligungs-AG. A-Tec wurde 2007 der nächste Eigentümer.


Obwohl Droop & Rein ohne Kurzarbeit durch die Finanzkrise gekommen war, geriet das Werk 2010 in den Strudel einer Pleite: Der österreichische Mischkonzern A-Tec, der die Dörries-Scharmann-Gruppe 2007 von der Deutschen Beteiligungs-AG gekauft hatte, musste nach dramatischen Verlusten Insolvenz anmelden.


Ein solches Schicksal ist bei Starragheckert nicht zu erwarten: Der Schweizer Konzern gilt als marktstark und profitabel. Das fusionierte Unternehmen meldete für das erste Halbjahr 2011 einen Umsatz von 182,8 Millionen Schweizer Franken (152 Millionen Euro) und 5,4 Millionen Franken Reingewinn.

Belegschaft von 1.450 Mitarbeitern

Zum Preis von 70 Millionen Euro hat Starragheckert Dörries Scharmann komplett übernommen. Das Geschäftsvolumen haben die Schweizer damit verdoppelt: Dörries Scharmann hatte 2010 rund 130 Millionen Euro Umsatz erzielt und war wie Starragheckert profitabel. Mehr als 700 Mitarbeiter (davon 170 bei Droop & Rein) brachten die Deutschen mit in den Konzern ein, dessen Belegschaft so auf 1.450 Mitarbeiter wuchs.

"Es ist ein Riesenvorteil, dass wir jetzt zu einem echten Maschinenbaukonzern gehören", sagt Werkleiter Wiehagen mit Verweis auf die aufeinanderfolgenden Erfahrungen bei einem Werft-Konzern, einem Investmentunternehmen und einem Mischkonzern. Beide Fusionspartner seien im oberen Qualitätssegment aktiv und hätten die gleichen Zielmärkte – Kunden aus den Bereichen Luftfahrt, Energie, Transport und Maschinenbau etwa. Aber die Produkte der Partner, Maschinen zum Drehen und Fräsen, Bohren und Schleifen, ergänzen sich, so Wiehagen. Also keine interne Konkurrenz: "Wir produzieren nur die großen bis sehr großen Maschinen", erklärt er. Derzeit werde für einen russischen Turbinenproduzenten die größte Portalmaschine der Firmengeschichte gebaut – für einen zweistelligen Millionenbetrag. Möglich sei das erst geworden, weil 2009 sechs Millionen Euro in den Bau einer neuen Fabrikhalle in Bielefeld investiert wurden.

Das Unternehmen, das jetzt die Vertriebsstrukturen von Starragheckert mitnutzt, ist voll ausgelastet. "Wir spüren keinen Abschwung", sagt Wiehagen. "Es werden noch immer händeringend Fachkräfte gesucht."


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