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04.02.2012
Tamaris stöckelt nach Paris
Mit historischem Werbebudget dringt Wortmann auf die europäischen Märkte
VON FLORIAN PFITZNER

Detmold. Mit einer Rekordsumme von 100 Millionen Euro schickt sich der Schuhhersteller Wortmann an, ab der kommenden Herbst-/Wintersaison für vier Jahre in den internationalen Aufbau seiner Parademarke Tamaris zu investieren. "Damit setzen wir den nächsten Schritt auf dem Weg zur Schuhmarke Nummer eins in Europa", sagt Chef Jens Beining.

Während Tamaris in Belgien, den Niederlanden, Dänemark und Österreich Fernsehspots platzieren will, plant das Unternehmen in Polen, Schweden, Norwegen und erstmals in Frankreich neben Plakatkampagnen einzelne Anzeigenstrecken in Lifestyle-Magazinen. Zudem forciert Wortmann ab August eine breit angelegte Online-Kampagne "auf allen relevanten Internetkanälen in Deutschland", teilt das Unternehmen mit.

Im Inland bewirbt Wortmann seine Damenschuhe bereits seit acht Jahren offensiv. In Europa verfahren die Detmolder nun nach einer ähnlichen Politik. "Denn so langsam", bemerkt Beining, "stoßen wir in Deutschland in Marketinggesichtspunkten an Grenzen."

Wortmann-Marke unlängst Elite

Die Brigitte Kommunikationsanalyse von Gruner + Jahr, eine Studie rund um die weiblichen Konsumgüter, zählte die Wortmann-Marke unlängst zur Elite. Das bisher noch unveröffentlichte Resultat für dieses Jahr dürfte kaum anders ausfallen. Beining, neben seinem Onkel Horst Wortmann geschäftsführender Gesellschafter der Wortmann Schuh-Holding, ist jedenfalls "hoch erfreut".

Für die Auslandsmärkte "machen wir den Tank jetzt wieder voll", sagt der Schuh-Unternehmer. Der Entschluss über den Rekordetat von 100 Millionen Euro in die Marke "ist für uns die größte Investitionsentscheidung der Unternehmensgeschichte". Der Markenaufbau folgt dabei der Distribution. "Die Zukunft gehört den Marken", so Beining. "Die Ansprüche der Verbraucher sind gewachsen."

Deshalb will Wortmann weiter in Systemflächen investieren. Das Unternehmen betreibt heute 208 sogenannte Mono-Stores und 465 Shop-in-Shops, ein horizontales Kooperationskonzept im Einzelhandel.

Jede Woche eine neue Systemfläche

Das Gros jener Systemflächen steht noch in Deutschland. Mit dem Investitionsplan plant das Unternehmen nunmehr, im europäischen Ausland "jede Woche eine neue Systemfläche zu etablieren", sagt Beining.

Tamaris ist in der mittleren Preisklasse von 39 bis 99 Euro das Zugpferd des Unternehmens, und hauptverantwortlich für den Rekordumsatz des vergangenen Geschäftsjahres. Während die Schuhbranche durchschnittlich um acht Prozent wuchs, legte die Wortmann-Gruppe um 15,1 Prozent zu und steht mit 957,7 Millionen Euro Umsatz (832,1 Millionen Euro im Vorjahr) kurz vor dem Milliardenumsatz.

Auf dieser Welle hatten die Detmolder Ende 2010 bereits 35 Millionen Euro in ein neues Logistikzentrum investiert. "Das Effizienteste, was es in der gesamten Branche gibt", jubelte Firmen-Chef Horst Wortmann seinerzeit. Neffe Jens Beining berichtet in der Rückschau von "Kinderkrankheiten". Inzwischen laufe das System jedoch rund. Das muss es auch, wenn Wortmann die Herzen der Europäerinnen erobern will.



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