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04.02.2012
Keine Gefahr für die Energiewende

Energieökonomin | FOTO: ROHLF

Paderborn (jkl). Kann sich Deutschland in Zeiten turbulenter Finanz- und Schuldenkrisen die Energiewende überhaupt leisten? Eine Frage, die der Energieökonomin Claudia Kemfert häufig gestellt wird. "Die Finanzkrise kann notwendige Investitionen verlangsamen und so zu zeitlichen Verzögerungen führen", sagt Kemfert.

Aufgehalten werden könne der Prozess dadurch jedoch nicht. "Fossile Energien werden knapper und teurer." Durch eine kluge Energiewende würden enorme Kosten gespart. Kemfert sieht die Wende daher trotz aller Herausforderungen als enorme Chance: "Eine kluge Energiewende kann zum Konjunkturmotor werden."

Sie könne hundertausende Arbeitsplätze schaffen, so die Professorin für Energieökonomie. Um diesen Motor in Gang zu bringen, ist laut Kemfert Masterplan nötig. Diesen stellte sie rund 300 Gästen aus Politik und Wirtschaft beim "Eon Westfalen Weser Forum" im Heinz Nixdorf Museumsforum in Paderborn vor. Vor allem der Ausbau der Stromnetze und Speicher müsse vorangetrieben werden.

Einheitliche Regulierung wichtig

Es sei bitter, wenn Windparks gebaut, aber nicht ans Stromnetz angeschlossen würden. "Es gibt noch einige Baustellen", klagt die gebürtige Delmenhorsterin. Darum ist eine einheitliche Regulierung wichtig. "Es muss einen Verantwortlichen geben", sagt Kemfert. Hier sei auch knapp ein Jahr nach der beschlossenen Energiewende noch viel Nachholbedarf auf Seiten der Politik.

Die Angst vor steigenden Strompreisen teilt die 43-Jährige nicht. "Der Strompreis wird nur moderat ansteigen." Letztlich hätten Wettbewerbszunahme und steigende Importe Einfluss auf die Preise. Zudem könne jeder seine Stromkosten so gering wie möglich halten. "Die wenigsten sind ausreichend informiert", bemängelt Kemfert. Selbst Handwerker seien zum Teil noch nicht ausreichend geschult. Es müsse also nicht nur auf politischer Ebene ein Umdenken stattfinden.



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